Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt: Von der irren Jagd nach dem Geld: Sebastian Schnoy
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Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt: Von der irren Jagd nach dem Geld: Sebastian Schnoy

Sebastian Schnoy – Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt: Von der irren Jagd nach jetzt kaufen. 64 Kundrezensionen und 4.2 Sterne. Belletristik / Humor /

Pressestimmen

»Witzig geschrieben, leicht zu lesen, dabei fundiert und voll von erhellenden Einsichten.«, Euro, 23.11.2016

»Schnoy widmet sich der Geschichte des Geldes. Wie es sich für einen Comedian gehört, tut er dies respektlos, unkonventionell und mit viel Humor. Doch was sich leicht und in angenehmen Hääpchen liest, steckt voller Einsichten und Aha-Erlebnisse.«, Börse Online, 10.11.2016

»Die Geschichte des Geldes, provokativ erzählt.«, Medianet, 21.10.2016

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Sebastian Schnoy lebt in Hamburg und ist ein vielfach ausgezeichneter Kabarettist. Sein Programm, das Geschichte humorvoll beleuchtet, hat er erfolgreich in seinen Büchern aufbereitet. »Smörrebröd in Napoli«, »Von Napoleon lernen, wie man sich vor dem Abwasch drückt« und »Heimat ist, was man vermisst« waren allesamt Spiegel-Bestseller.

10 Antworten

  1. Geschenk sagt:

    Vorab: Ich möchte hier jetzt nicht zum x-ten Mal eine Inhaltsangabe abliefern, wie das viele meiner Mitrezensenten sicherlich mit Fug und Recht für nötig gehalten haben. Mein Fokus bei Büchern liegt heute zu tage (da meine verfügbare Zeit immer knapper wird) stets auf der Lesbarkeit und – ganz platt – der Frage, ob es sich „lohnt“, sie zu lesen. Der Unterhaltungswert steht dabei gar nicht einmal so im Vordergrund: Wer meine Rezensionen mal durchsieht, der erkennt, dass ich mich auch regelmäßig durch „sturztrockene“ Fachbücher hindurch wühle. Nun denn. „Von Krösus lernen …“ ist eines jener Bücher, bei denen ich ehrlich gesagt an mehreren Stellen so meine Zweifel hatte, ob ich damit mal fertig werden würde. Man sieht es der 4-Sterne-Bewertung jetzt nicht an, aber es ist tatsächlich so gewesen. Es ist nämlich so: An Sebastian Schnoy und seinen Büchern, zu denen auch das ebenfalls recht gute Von Napoleon lernen, wie man sich vorm Abwasch drückt: Eine heitere Historie Europas gehört, kann man sich leider buchstäblich „satt“ lesen. Mir ist das so mit besagtem Historien-„Schinken“ gegangen und auch bei seinem neuesten Buch ist es mir wieder passiert, dass ich zwischendurch mal „Pause“ von der Thematik genommen und erst in einem anderen Buch (übrigens Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde) „zwischengeschmökert“ habe. Ich habe mich natürlich gefragt, warum das so ist, und bin bisher nicht wirklich zu einer überzeugenden Erklärung gekommen. „Von Krösus …“ ist ein für sich genommen sehr interessantes Buch, ist handwerklich gut geschrieben, weiß stellenweise zu unterhalten und hält sich thematisch kurz unter der Oberfläche, so dass man nie das Gefühl hat, dass man irgendwo „zu tief“ hinein tauchen muss. Vielleicht ist es auch das … ich bin nämlich als ehemaliger Student der Wirtschaftswissenschaften mit eigenem Faible für Geschichte hier und da sicherlich schon weiter in der Materie drin gewesen als man das mit diesem Buch so erreichen kann. Dementsprechend komme ich auch hier und da zu anderen Schlüssen … auch wenn das bei „Krösus“ ja weniger der Fall ist: Schlüsse sollen eigentlich nicht gezogen werden … jedenfalls nicht voreilig „vom Autor für den Leser“, sondern irgendwo nach oder in all dem wirren Treiben der Vergangenheit wohl durch den Leser. Doch der liest – wie ich finde – hier und da einfach nur mit Erstaunen und Kopfschütteln, was wie wo wer wann gemacht hat und zuckt dann mit den Schultern. Ging jedenfalls meiner Frau so … und mir eben auch. Flott und unterhaltsam ist er ja, dieser Querschnitt durch die … tja … Geldgeschichte? Wirtschaftsgeschichte? Hm. Hier und da sind wirklich denkwürdige Anekdoten enthalten, dann wieder seitenweise Dinge, die mich persönlich kaum tangieren und deshalb uninteressant wirken; bei Anderen mag das freilich genau umgekehrt der Fall sein, weshalb das hier auch schwierig zu bewerten ist. Im Fazit ein gut recherchiertes, mithin interessantes, aber auch an einigen Stellen zum „aus den Augen verlieren“ geeignetes Buch, bei dem ich mich zuletzt wirklich zusammennehmen musste, um es „aufzulesen“. Wer sich für die Materie interessiert, der wird sich sicherlich unterhalten fühlen, mag aber auch – wie ich – das Problem haben, dass man vieles so oder ähnlich schon mal gelesen oder gehört hat, wodurch der Langeweilefaktor mitunter recht hoch werden kann. Nichts wirklich Großartiges also, sondern eher ein Buch für die „mal lesen, wenn mit anderen fertig“-Liste. Die von anderen Rezensenten erhobene Kritik, dass dies kein „Sachbuch“ sei, teile ich übrigens insofern, als dass dies definitiv kein Sachbuch ist, aber das will es auch nicht sein. Es will unterhalten und das gelingt ihm die meiste Zeit bei den meisten Leuten – allerdings eben nicht durchgehend bei mir. 4 Sterne halte ich aber definitiv für gerechtfertigt.

  2. Geschenk sagt:

    Der Kabarettist und Historiker Sebastian Schnoy wirft einen Blick auf das Geld und das macht er wie man es von einem Kabarettisten erwartet mit einem Augenzwinkern und dennoch informativ und lehrreich. Es gelingt ihm dabei immer neutral zu bleiben und die verschiedenen Standpunkte zu beleuchten ohne seine eigene Meinung einfließen zu lassen. Es werden viele Informationen geliefert, manchmal sind diese nicht ganz sauber recherchiert, was eine kleinen negativen Punkt darstellt, mich jedoch nicht weiter gestört hat. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen mit einem Schuss hintergründigen Humor und in der Ich-Erzählung geschrieben, was den Leser direkt in das Buch einsteigen lässt. So kann das Buch trotz der vielen Informationen schnell gelesen werden und ist unterhaltsam ohne Langeweile zu verbreiten. Das Cover muss ich noch erwähnen, denn es passt so gar nicht zum Inhalt des Buches. Es wirkt flach und wäre eher für ein oberflächliches Comedybuch geeignet, aber nicht für dieses Bucht, das doch ein wenig Tiefe bietet. Der Aufbau mit den unterhaltsamen Überschriften ist gelungen, so können immer wieder einzelne Kapitel nachgelesen werden. Fazit: Unterhaltsames Buch mit einem Schuss Humor wie ich es mit von einem Kabarettisten erwarte. Einzig die kleineren Rechercheschwächen trüben das sonst tolle Buch, dafür vier Sterne.

  3. Geschenk sagt:

    Seit Beginn der Menschheitsgeschichte dreht sich alles um Handel, zuerst mit Waren und dann – nach Erfindung der Münzwährung – ums mal mehr mal weniger liebe Geld, beziehungsweise darum, dass man stets zu wenig davon hat. Egal ob arm oder reich, die Anhäufung von zuerst geldwertem Gold, dann von geldwertem Boden und dem sogenannten Betongold, schon immer hat das Geld bestimmt, ob und wohin sich die Welt dreht. Der bekannte Comedian Sebastian Schnoy durchsuchte auf unnachahmlich unterhaltsame Weise die vergangenen Jahrhunderte, die unermüdliche Suche nach den besten Finanzstrategien. Dabei vergisst er nie, den großen Bogen zu spannen von der Antike bis heute. Beinahe unbemerkt vermittelt er fundiertes Wissen über die Irrungen und Wirrungen, über die oftmals verschlungenen Wege des Geldes, die nur einzig dem Zweck dienen, es zu vermehren. Das Ganze wird sehr unterhaltsam präsentiert und die Pointen sitzen perfekt. Manche provokative Schlagzeile wird gelungen zerpflückt und die Geschichten und Geschichtchen rund um Geld, Besitz und Macht halten uns den Spiegel vor, wie wenig die Menschen über den Umgang mit Geld bis heute gelernt haben. Ernsthaftigkeit gegenüber dem Thema und Humor sind hier eine einzigartige Symbiose eingegangen. Schon lange habe ich nicht mehr so herzhaft gelacht beim Lesen. Das Geld für dieses Buch ist einfach nur gut angelegt, denn unbestritten ist Lachen die beste Medizin gegen Stress mit dem lieben/ungeliebten Geld! Das ist Lesestoff für jeden, der Freude an Wortwitz hat. Ein Buch, das man sofort verschenken möchte, damit auch andere Leser diese Freude erleben können.

  4. Geschenk sagt:

    Das Thema Geld und Wirtschaft kann sehr trocken sein. Doch Sebastian Schnoy schafft es, dem Leser nicht nur dieses Thema sehr einfach zu erklären, sondern meistert das sogar ohne Längen. Er hält den Leser wirklich fest, driftet niemals ab und bereichert dieses Buch auch immer wieder mit Anekdoten aus seinem Leben. Auch der philosophische Ansatz ufert nicht aus und man kann ihm sehr einfach folgen. Wer in der Erwartungshaltung ist, dass Schnoy als Kabarettist sein Buch konsequent zynisch und humorvoll geschrieben hat, wird evtl. ein wenig enttäuscht sein. Mir persönlich gefällt jedoch sein Schreibstil sehr, da er weder trocken, noch zu ernst oder zu albern ist und mit einem gut portionierten Humor angereichert wurde. Die Themen wurden gut unterteilt bzw gegliedert, wodurch auch nicht das Gefühl entsteht, man müsse zig Seiten lesen, um bis zum nächsten Kapitel zu kommen. Einmal mehr wird einem Bewusst, was Geld aus Menschen macht, wie groß die Unterschiede zwischen Armen und Reichen sind und was man mit Geld bewirken aber auch nicht kaufen kann. Sebastian Schnoy verteufelt nicht, aber er bewundert Geld auch nicht. Und das ist es auch u.a., was das Buch ebenfalls sehr lesenswert macht, denn der Autor versucht erst gar nicht den Leser eine bestimmte Meinung aufzudrücken, sondern schildert Fakten aus Geschichte und Gegenwart, die er selbstverständlich auch für sich bewertet. Zukunftsprognosen überlässt er dem Leser. Nach diesem (sehr schnell durchgelesenen) Buch wird man ein etwas anderes Bild von Geld und Konsum haben. Mir persönlich wird allerdings das Thema Ökologie etwas zu knapp behandelt. Das war aber auch schon alles an Kritik. Letztendlich hat es mich noch intensiver zum Nachdenken angeregt. Man stellt sich hinterher bezüglich Geld und Konsum viele neue Fragen und betrachtet die Welt ein klein wenig anders, als zuvor.

  5. Geschenk sagt:

    Das Cover ist witzig gestaltet und greift plakativ den Buchtitel auf, die Rückseite mit dem großen Zitat von Nicolas Berggruen macht auch gleich klar worum es geht: um das liebe Geld, von seinen Anfängen über verschiedenste Entwicklungen und auch Irrwege bis hinein in die moderne Zeit und den Kapitalismus. Zunächst einmal möchte ich auf eine besondere Funktionalität des Buches eingehen. Es unterstützt die App „papego“, die kostenlos im AppStore und im Google Play Store erhältlich ist. Ich habe sie gleich getestet. Sinn der App ist es mühelos zwischen dem gedruckten Buch und einem digitalen Exemplar (z.B. für unterwegs) hin- und herzuwechseln- und das völlig kostenfrei! Ich bin von dem Konzept begeistert. Man fotografiert einfach im Querformat den oberen Teil der aktuellen Buchseite und schon lädt die App ab dieser Seite ein Viertel des Buches (um Raubkopierei zu verhindern ist es nur ein Viertel). Für mich eine tolle Innovation, lobenswert! Jetzt aber zum Buch selbst: Herr Schnoy beginnt bei den ältesten Ursprüngen des Handelns und der Entstehung von Zahlungsmitteln wie Muscheln oder Steinscheiben. Während des gesamten Buches zeichnet er diese Entwicklungen in einem angenehm witzigen Schreibstil nach, nie klamaukig, aber auch nie staubtrocken oder uninteressant. Viele Kapitel sind mit Anekdoten aus seinem Leben bereichert, die meisten davon sind wirklich witzig. Er versteht es auch kompliziertere Sachverhalte wie z.B. Bailouts, Spekulationsblasen oder Shorts allgemeinverständlich zu erklären. Manches davon war mir vorher auch so noch nicht klar, in jedem Fall regt die Lektüre dieses Buches zum eigenständigen Weiterlesen bei Interessensthemen an. Hervorzuheben ist auch, bei einem solchen Buch nicht selbstverständlich, dass der Autor nicht versucht dem Leser seine Weltsicht oder seine politischen Ansichten (politisch wird es hier natürlich auch) überzustülpen, sondern da einen sehr guten Weitblick besitzt. Für mich auf jeden Fall ein lesenwertes Buch für alle Neugierigen, Wissenshungrigen und Interessierten und sicher auch ein toller Geschenktipp.

  6. Geschenk sagt:

    In diesem Buch dreht sich alles um ein Thema: Das liebe Geld. Wie kam es überhaupt dazu, dass wir keine Tauschgeschäfte mehr machen, sondern lieber alles gegen Geld eintauschen und dieses anschließend für beliebige Güter eintauschen können? Wie funktionieren eigentlich Kredite und woher bekommen die Banken ihr Geld? Ist es heutzutage noch möglich ohne Geld zu leben? Diese Fragen und viele mehr, versucht der Autor in seinem Buch zu beantworten. Inhalt: Zunächst dachte ich, dass es sich bei diesem Buch um ein Humor volles Buch handelt. Als ich dann zu lesen begann, stellte ich fest, dass es sich auch um eine Art Sachbuch handelt. Es ist also ein humorvolles Sachbuch, dass sich mit dem Thema des Geldes beschäftigt. Die ersten Kapitel, besonders für unser Finanzsystem fand ich sehr aufschlussreich und interessant. Das Ende des Buches hingegen hat mir nicht mehr so gut gefallen. Das mag zum einen an den Themen, die dort behandelt werden liegen, zum anderen hatte ich aber auch das Gefühl, dass das Buch dort langatmig wird. Schreibstil und Aufbau: Das Buch gliedert sich in mehrere Kapitel, die sich jeweils einem bestimmten Aspekt widmen. Die Kapitel an sich, sind wiederum in einzelne Artikel unterteilt. Ein Kapitel befasst sich beispielsweise mit dem Thema Zinsen und Zinseszinsen. Der Schreibstil ist relativ locker und humorvoll. Am Anfang des Buches erzählt der Autor beispielsweise eine Geschichte über seinen Nachbarn, der scheinbar ohne Geld auskommt. Dies fand ich ansprechend und interessant. Das Buch liest sich insgesamt recht flüssig. Da es sich jedoch um ein Sachbuch handelt, fehlte mir das gewisse etwas, was mich daran hindert das Buch wieder aus der Hand zu legen. So fand ich besonders am Ende einigen Stellen nicht so spannend. Cover und Klappentext: Das Cover des Buches hat mich auf den ersten Blick angesprochen. Ich finde das Motiv ansprechend und wenn man genauer hinsieht, auch irgendwie amüsant. Das Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht und in mir die Idee geweckt, dass es sich um ein humorvolles Buch handelt. Auch der Klappentext deutet in diese Richtung. Diese Hoffnung wurde am Ende des Buches dann ein wenig enttäuscht, da es hier weniger humorvoll zugeht. Fazit: Wer Lust hat sich mit dem Thema Geld auf humorvolle Art und Weise auseinander zu setzen, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Man sollte jedoch nicht außer Acht lassen, dass es sich immer noch um ein Sachbuch handelt.

  7. Geschenk sagt:

    Sebastian Schnoy ist ein Hamburger Kabarettist, der mit seinem Programm auf Bühnen steht und auch Vorträge hält. Als jemand, der unter anderem Wirtschaftsgeschichte und Politik studiert hat, hat er natürlich ein gewisses Interesse an historisch-politischen Themen, und das schlägt sich sicherlich in seinem Programm auch nieder. Sein Buch „Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt“ ist ein grober Abriss über das Geldwesen – aber keine klassische Geschichtslektüre. Das soll es wahrscheinlich auch nicht sein, jedoch habe ich mir da etwas anderes drunter vorgestellt. Schnoy schreibt an sich flüssig, seine Lektüre ist gut zu lesen, nicht zu simpel, aber doch eher schnoddrig. Dies ist mitunter schon recht vergnüglich, besonders wenn er Zitate oder Geschichten aus dem wahren Leben bringt oder bestimmte Dinge kommentiert, manches wirkt jedoch etwas zu gewollt und daher nicht wirklich komisch, z.B. wenn er moderne Begriffe in frühere Zeiten übertragen will. Dies soll wahrscheinlich anschaulich sein und die Vorstellung mag für Laien durchaus spaßig klingen, hat aber mit tatsächlichen historischen Tatsachen wenig zu tun. Man lernt eher so nebenbei – falls man es nicht sowieso schon wusste – dass viele Bankbegriffe aus dem Italienischen kommen, dass Krösus und Rockefeller sehr reich waren und dass es schon lange vor unserer Zeitrechnung Tauschgeschäfte und Geldhandel gab. Hauptsächlich konzentriert sich Schnoy jedoch darauf, das Finanzwesen und besonders die Konsumgesellschaft – er nennt es Konsumterror und Geldmonster – zu verteufeln. Ein bisschen Banken- und Millionärsbashing darf auch nicht fehlen, ein bisschen Träumen von der sozialistisch-kommunistischen Utopie, jedoch nicht zu viel, denn die Annehmlichkeiten der modernen Welt sind indessen auch bei ihm angekommen, und die Erkenntnis, dass „alles ist für alle da“ nicht wirklich funktioniert, solange es Leute gibt, die sich bereichern (und die wird es immer geben), hat sich auch schon herumgesprochen. Man muss ihm zugutehalten, dass in jedem größeren Abschnitt, der in sich wiederum in einzelne Kapitel untereilt ist, immer ein geschichtlicher Aspekt vorkommt, und der Untertitel deutet ja auch darauf hin, dass es eben um die Jagd nach dem Geld und eher weniger um die Geschichte desselben geht. Dass er sich mit Geschichte auskennt, merkt man, dass er eine linke Grundeinstellung hat ebenfalls. Er bemüht sich redlich an einigen Stellen auch andere Meinungen zuzulassen und versucht einzelne politische Überzeugungen zu kombinieren und sich von allem das Beste heraus zu picken. Schnoy hinterfragt durchaus, warum Geld die Welt regiert und ob das in dem Maße sein muss. Er sagt auch nicht, dass wir ohne Geld und Konsum leben sollen. Man muss auch nicht seiner Meinung sein, um zu schmunzeln. Es bleibt aber sehr oberflächlich, und mich störte im letzten Drittel das zunehmende Verteufeln von Geld und Konsum, das Herumreiten auf die negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, von Überbevölkerung und die seitenweise Gegenüberstellung von Sozialismus und Kapitalismus. Fazit: Für alle Fans von Schnoy sicherlich ein Muss. Das Cover ist lustig und schließt sich thematisch an das Buch „Von Napoleon lernen….“ an. Wem das also gefallen hat – nur zu! Für alle anderen gilt es abzuwägen, was man erwartet. Geschichtliche Tatsachen werden nur erwähnt, wenn man sie lustig in einen modernen Bezug bringen kann. Lauthals oder permanent lachen ist ebenfalls nicht angesagt, allenfalls schmunzeln. Wer politisch interessiert und eher links eingestellt ist, wer es flapsig-respektlos mag und das Ganze ansonsten nicht allzu ernst nimmt, ist hier goldrichtig. Ich fand einige Zitate und Anekdoten durchaus humorig, gegen Ende wurde es mir aber leider zu langatmig.

  8. Geschenk sagt:

    Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt? Nein, nicht wirklich. Was sich so anhört, wie eine schnöde Anleitung zur Vermehrung des Mammons, ist in Wahrheit eine extrem kurzweilige und erheiternde Tour-de-force durch die Geschichte des Geldes, von den Anfängen in grauer Vorzeit bis hinein in unsere megakapitalistische Gegenwart. In derartiger Form, mit so viel Wortwitz und einem Feuerwerk aus urkomischen Anekdoten kann wohl nur ein Autor schreiben, der die Zunft des Historikers mit der Frechheit des Kabarettisten verbindet und den ein Sebastian Schnoy par excellence verkörpert. Ereignisse, wie z. B. die große Hyperinflation von 1923 oder das Tulpenzwiebelfieber von 1634, die Mutter aller Börsenblasen, werden dabei historisch kompetent, aber eben auch mit Augenzwinkern auf all die Absurditäten der menschlichen Ökonomie durch den Kakao gezogen. Die Darstellung ist dabei vielschichtig und auch das private Erleben des Autors wird auf amüsante Weise mit dem historischen Kontext verwoben. Gewissermaßen als Antithese eines Kapitalisten dient dabei die Figur des Nachbarn Dimitri, eines Russen, der, notorisch pleite, sich eher durch Freundschaftsbeziehungen und Familienbande als durch ökonomischen Reichtum über Wasser hält. Dabei werden auf sehr anschauliche Weise Seitenhiebe gegen eine monetär dominierte Welt ausgeteilt, in der scheinbar alles nur mal eben so mit Geld erworben werden kann. Dabei ist der Autor weit davon entfernt politisch einseitig zu sein, auch der einstmals real existierende Sozialismus bekommt ordentlich sein Fett ab, so dass die Lachmuskeln ordentlich erbeben. Mit dieser ironischen Distanz, jenseits aller politischen Lager, die in dem Buch allgegenwärtig ist, gelingt Sebasitan Schnoy eine hervorragende Darstellung der niemals endenden Jagd nach Geld und Reichtum, die die Menschheit von Anfang an begleitet hat. Das Schmökern lohnt sich auf jeden Fall….

  9. Geschenk sagt:

    „Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt“ ist nach „Smörrebröd in Napoli – ein vergnüglicher Streifzug durch Europa“ und „Rampenfieber“ das neueste Werk von Kabarettist und Historiker Sebastian Schnoy. „In Büchern hat man die Zeit, gründlich zu sein, und so sei gesagt, dass meine Oma durchaus ihren Grundsatz, nicht über Geld zu reden, brach, wenn sie hin und wieder rief: „Ich bin doch nicht Krösus!“ Autor Sebastian Schnoy nimmt die Welt des Geldes aufs Korn und spart nicht mit Weisheiten berühmter und nicht berühmter Menschen. Von der Ökowährung Kaurischnecken bis zur Aktie, so gut wie keine kluge oder dumme Erfindung in Sachen Zahlungsmittel und Anlagen bleibt auf der Strecke. Den Einblick in die Welt der Armen und Reichen erzählt der Autor in der Ich-Perspektive. Mit seinem Nachbarn Dimitri kommt Humor auf. Zwar hat Dimitri stets wenig Geld zur Verfügung, dafür kann er auf Familie und Freunde zählen. Der Russe fungiert gut als Vorbild, an das Sebastian mit seinem Umfeld und Möglichkeiten nicht heranreicht. Warum setzen nicht alle auf Solidarität? Könnte man das Geld abschaffen und alles auf Tauschhandel zurückfahren? Ein witziger Fall ist die Frau aus dem Fitnessstudio, die jedes Thema sofort mit Geld in Verbindung bringt. Auch die Kapitelüberschriften von „Warum denken die Deutschen öfter ans Geld als an die Liebe?“ bis „Ohne Moos nix los“ sind teils unterhaltsam. „Ich bin weder Globalisierungsgegner noch Wirtschaftsenthusiast. Ich bin kein Kommunist und auch kein FDP-Wähler, weder konservativ noch grün oder Sozi. Aber wahrscheinlich von allem etwas. Das Besondere an meinem Leben als Autor und Künstler ist, dass ich ständig auf Reisen zwischen den gesellschaftlichen Schichten bin.“ Der Anfang des Buches ist vielversprechend. Leider verliert sich der Geschichtsjournalist dann sehr im Historischen, springt von einem Ereignis und Thema zum anderen. Es fällt oft schwer, ihm zu folgen und der Informationsüberfluss ist nicht leicht zu verdauen. So manches Wissen erstaunt. Gedankensprünge und Vergleiche lassen sich nicht immer nachvollziehen. Besonders schade, der Humor bleibt auf der Strecke. Lange Buchstrecken haben wenig Unterhaltungswert. Vieles Erzählte ist schon bekannt. Es fehlen die lustigen Anekdoten vom Anfang. Schmunzler bzw. Lacher lassen sich an einer Hand abzählen. Dafür gibt es hin und wieder Wachrüttelndes. Die Themen sind sehr umfangreich von der GEZ, über die Kirche bis Moskau Inkasso, Kredite und Steuer. Sehr interessant ist, was und wer hinter „The Giving Pledge“ steckt. Die Highlights bleiben rar und lernen, wie Krösus den Goldesel melkt, kann man nicht wirklich. „Wieso gehörte immer wenigen so viel und so vielen so wenig? Und warum ist das noch heute so? Und wird sich das jemals ändern?“ Nicht jede Frage lässt sich beantworten. Manchmal taucht der erhobene Zeigefinger auf. Überbevölkerung, Hungersnot, die Vermüllung der Meere. Michael Braungarts „cradle to cradle“ macht Hoffnung auf eine Lösung für die Menschheit und unseren Planeten. Das Ende wirkt etwas unrund. Der Ausklang mit einer kurzen, präzisen Zusammenfassung ist gelungen. Eine Reise durch die Zeit. Das Cover verrät in seinen Details, worauf man sich mit diesem Buch einlässt. Der Titel führt ein bisschen in die Irre und verspricht viel Humor. Wer sich einen geschichtlichen Exkurs zum Thema „Geld“ wünscht, dessen Erwartungen werden vielleicht erfüllt. Alle anderen suchen nach den Rosinen und hätten sich mehr Kabarettist als Historiker gewünscht.

  10. Geschenk sagt:

    „Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt“ nimmt mich als Leser mit auf eine Reise durch die Geschichte. Autor Sebastian Schnoy schreibt spritzig und macht mich bei der Lektüre eins ums andere Mal schmunzeln. Dabei bieten die einzelnen Kapitel eigentlich gar nicht so viel Humoreskes, sondern brachten mich nicht selten zum Nachdenken. Denn Schnoy wird teilweise richtig philosophisch, wenn er die Rolle der Kirche von deren Anfängen bis in die Jetztzeit beleuchtet und dabei zutage fördert, welche Reichtümer sie angehäuft hat – und welche Mittel sie dabei bis heute einsetzt. Interessant auch sein Blick auf das Thema Schuld(en). Gerade in Verbindung mit der GEZ gibt er Kritikern frisches Wasser auf die Mühlen. „Von Krösus lernen…“ ist eine Mischung aus Sachbuch und Meinungsbildung. Die Lektüre ist unterhaltsam und eigentlich sehr trockene Themen werden leicht verständlich erklärt. Einziger Kritkpunkt meinerseits: Das Cover. Nicht, dass die Titelillu nicht gefiele, aber welcher Schriftsetzer oder Mediengestalter hat denn Bitte die Typo und die viel zu zahlreichen Störer darauf platziert? Noch ein Wort zur „Papego-App“, die der Piperverlag für zahlreiche Bücher aus dem aktuellen Katalog anbietet (und für die auf einem der Störer geworben wird). Ich habe sie mir auf mein Xperia-Smartphone problem- und kostenlos gezogen. Danach muss man die App öffnen und das obere Drittel der Seite, auf der man gerade liest, scannen. Binnen Kurzem hat man dann zirka 25 Prozent des Buches ab der Seite, auf der man gerade ist, geladen – und kann mobil weiterlesen. Dies lässt sich je nach Lesefortschritt beliebig oft wiederholen, jedoch bekommt man immer nur zirka ein Viertel des Buches auf das Smartphone. Richtig sinnvoll kann man das bei einem vergleichsweise dünnen Taschenbuch wie dem vorliegenden vielleicht nicht nutzen, begrüßenswert ist diese Kostenlos-App wohl eher für voluminöse gebundene Bücher denn für schmale Taschenbücher. Eine erfreuliche Alternative zum eBook ist die App aber auf jeden Fall, verbindet sie doch reizvoll beide Welten der Buchkunst – die gedruckte und die virtuelle. Insgesamt gute vier Sterne von mir für „Von Krösus lernen“.

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