Meine geniale Freundin: Band 1 der Neapolitanischen Saga Kindheit und frühe Jugend Neapolitanische Saga: Elena Ferrante, Karin Krieger
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Meine geniale Freundin: Band 1 der Neapolitanischen Saga Kindheit und frühe Jugend Neapolitanische Saga: Elena Ferrante, Karin Krieger

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Pressestimmen

»Ein grandioses Zeitpanorama!«
Franz Haas, Neue Zürcher Zeitung Online 01.04.2016

»Es herrscht das Ferrante-Fever!«
Bettina Weber, Tages-Anzeiger 31.03.2016

»Ein großartiger Bildungsroman im Spiegel einer prekären Mädchenfreundschaft und zugleich ein Gesellschaftsporträt des armen Neapel in den 50er und 60er Jahren.«
Dirk Schümer, DIE WELT 07.05.2016

»So etwas haben Sie noch nie gelesen.«
The Guardian

»Elena Ferrante ist für Neapel, was Charles Dickens für London gewesen ist.«
Washington Post

»Jeder sollte alles lesen, wo Elena Ferrante draufsteht.«
Boston Globe

»Elena Ferrante ist die maßgebliche zeitgenössische Autorin Italiens – und der ganzen Welt.«
The Sunday Times

»Das beste Porträt einer Frauenfreundschaft in der gesamten modernen Literatur.«
The New York Times

»Ferrantes Schreiben kennt keine Grenzen, sie ist in der Lage, jeden Gedanken bis zu seiner drastischsten Schlussfolgerung zu bringen oder bis an seinen fundamentalsten Ursprung zurückzuführen.«
The New Yorker

»In diesen Romanen ist eine drastische Ehrlichkeit am Werk, die zugleich erschüttert und tröstet.«
BBC

»Ferrante wirkt wie eine Droge.«
Le Monde

»Wer #FerranteFever googelt, findet eine florierende Subkultur leidenschaftlicher Leser, eine transnationale Gemeinschaft, die viel Zeit und Mühe darauf verwendet, fiktive Ereignisse aus dem Neapel der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu diskutieren.«
Christian Bos, Frankfurter Rundschau 12.07.2016

»Ferrante beschreibt das Drama vieler Frauen heute, die dauernd alles sein müssen für so viele und am Ende gar nicht mehr wissen, wer sie selber sind. [ ] Ein Jahrhundertroman [ ], geschrieben mit der der Wucht eines klassischen Epos oder der großen amerikanischen Serien wie Breaking Bad, Mad Men oder The Wire
Finn Canonica, Das Magazin 23.07.2016

»Ein unglaublich süffig erzähltes Buch mit starkem Sog, ähnlich wie der Knausgard-Effekt.«
Maike Albath, Deutschlandradio Kultur 15.06.2016

»Ein Roman allererster Güte!«
The Independent

»Ein wunderbares, unglaublich spannendes Buch! Ich finde faszinierend, wie offen die Erzählerin über ihr Konkurrenzverhältnis zu ihrer besten Freundin spricht. Und dabei ist alles so wahr, weil es im wirklichen Leben genauso ist. Und man taucht ganz realistisch in dieses Italien ein, in diese Vorstadt, mit all ihrer Brutalität und Armut.«
Eva Mattes

»Macht auf herrliche Weise süchtig, von enormer Weite und gleichzeitig intim. Eine Großtat modernen Erzählens.«
O, The Oprah Magazine

»Es ist unmöglich, ein scharfsinnigeres Porträt einer Frauenfreundschaft zu finden.«
Vogue

»Ferrante ist schlicht und einfach genial – sie nicht gelesen zu haben, ist wie 1856 Flaubert nicht gelesen zu haben.«
Granta

»Man liest Ferrantes Romane nicht, man verschlingt sie, und zwar in nächtlichen Lektüreorgien.«
Esquire

»Das erste italienische Werk seit langer, langer Zeit, das einen Nobelpreis verdient.«
The New York Review of Books

»Diese Romane über weibliche Identität sind mit einer Wucht und einem Scharfsinn geschrieben, die seit Doris Lessing niemand mehr erreicht hat.«
The Wall Street Journal

»Die größte literarische Leistung der vergangenen siebzig Jahre.«
The Chicago Tribune

»Der erste wahre Klassiker des 21. Jahrhunderts.«
The Huffington Post

»Die eindringliche, fast forensische Untersuchung der Freundschaft zwischen zwei Frauen ist so atemberaubend detailgetreu, dass die Bücher wie Filme wirken.«
The Times Literary Supplement

»Der große italienische Roman unserer Generation, unseres Landes und unserer Epoche.«
Il Manifesto

»Meine geniale Freundin strömt aus der Seele wie die Lava nach einem Ausbruch des Vesuvs.«
La Repubblica

»Ferrante zu lesen ist ein einziges Glück.«
De Standaard

»Eine Offenbarung.«
NRC Handelsblad

»Die Figuren Ferrantes sind wahre Meisterwerke.«
El País

»Ferrante hat ein inniges Epos über zwei Kindheitsfreundinnen geschrieben und zugleich eine brillante politische, kulturelle und feministische Geschichte Italiens.«
Le Figaro

»Mit völliger Sicherheit das größte Werk der europäischen Literatur der letzten Jahrzehnte.«
La Vanguardia

»Man wähnt sich stets im Kopf von Elena, was der Geschichte eine große Glaubwürdigkeit verleiht und einen Sog bewirkt. Elena Ferrante schreibt feinfühlig und doch ohne Sentimentalität …«
Markus Ganz, Lesen 24.08.2016

»Ferrante beherrscht eine elegante, schwerelose Sprache, dramaturgisch hat sie ihren Stoff jederzeit im Griff. Das ist … bisweilen grandios – genau wie die Übersetzung durch Karin Krieger.«
Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung 25.08.2016

»Hier wird europäische Geschichte zum ersten Mal im großen Stil als weibliche Nahgeschichte erzählt. Ein epochales literaturgeschichtliches Ereignis …«
Iris Radisch, DIE ZEIT 25.08.2016

»Man verschlingt dieses Buch wie heutzutage sonst eher die guten, großen Fernsehserien. Elena Ferrantes Bücher haben so eine epochale Wucht, dass Rezensenten nicht nur Vergleiche mit Proust oder Dickens gezogen haben, sondern auch mit The Wire oder Mad Men
Judith Liere, stern 25.08.2016

»In vielen Details und hundert Geschichten schildert Ferrante das Umfeld der kleinen Leute in den Armenvierteln Neapels … Das ist so kunstvoll gestaltet und in einfache Sprache gefasst, dass man die Beharrungskräfte und zugleich die schleichenden Veränderungen eher erfühlt als vorgeführt bekommt.«
Ulrich Rüdenauer, Südwest Presse, Ulm 27.08.2016

»Das ungenierte Lesevergnügen, das Ferrantes Bücher bieten, ist verführerisch.«
Gabriele von Arnim, Der Tagesspiegel 27.08.2016

»Meine geniale Freundin ist ein sehr gutes Buch.«
Hannah Lühmann, Welt am Sonntag 28.08.2016

»Zeit nehmen, alles zur Seite legen und einfach nur lesen: ein genialer Roman, eine geniale Saga, eine geniale Autorin.«
Doris Hermanns, aviva-berlin.de

»Meine geniale Freundin und seine drei Nachfolger oszillieren zwischen ernster und Unterhaltungsliteratur, wie es große Erfolgsromane tun. Zwischen Seifenopern-Sog und brillanter Einsicht in die Grundwahrheiten des Lebens.«
Kathleen Hildebrand, Süddeutsche Zeitung Online 01.09.2016

»Die Autorin beschreibt lebensnah, in einer bewundernswerten psychologischen Tiefe aus der Perspektive einer Mädchen- und Frauenfreundschaft.«
Andreas Fanizadeh, taz. die tageszeitung 03.09.2016

»Sie ist die wunderbarste Autorin, die man sich wünschen kann, ihre Bücher sind Träume, die in Erfüllung gegangen sind.«
Till Raether, BRIGITTE Woman 10/2016

»… ein solches Glück wie mit diesem Roman kenne ich eigentlich nur aus Phasen akuter Verliebtheit. … Elena Ferrante – die müssen Sie wirklich unbedingt lesen!«
Christine Hohwieler, BRIGITTE Woman 05.09.2016

»In welcher Sprache man den Zyklus auch liest, bestechend an Ferrante ist die Dramaturgie ihres weit ausschweifenden Erzählens, ihr rasanter Rhythmus, das Personal mit seinen ambivalenten Heldinnen und den scharf gezeichneten Nebenfiguren, das sie über 1700 Seiten durch die italienische Zeitgeschichte dirigiert.«
Maike Albath, Süddeutsche Zeitung 09.09.2016

»… ein wunderbarer Roman über eine Frauenfreundschaft.«
Andrea Braunsteiner, Woman 01.09.2016

»Dieser Realismus, der die weibliche und die gesamtgesellschaftliche Perpesktive miteinander verbindet, ermöglicht, die alltäglichen Herausforderungen der beiden Frauen so ausführlich und emotional mitzuerleben wie nur selten in vergleichbarer Literatur.«
Markus Berg, Jungle World 22.09.2016

»Elena Ferrante … hat einen genau gearbeiteten, flüssig, ja süffig zu lesenden, atmosphärisch dichten, sinnlich aufgeladenen und in manchen Szenen überwältigenden Roman geschrieben.«
Martin Ebel, Tages-Anzeiger 26.08.2016

»Klug, radikal ehrlich und mit einem Gespür für Spannungsbögen beschreibt Ferrante den Weg der jungen Frauen und lässt das Viertel Rione mit seinen Bewohnern vor dem inneren Auge entstehen.«
Babina Cathomen, kulturtipp 21/2016

»Meine geniale Freundin ist ein kräftiges, geradliniges, kernig geschriebenes Stück Literatur.«
Margarete Affenzeller, derStandard.at 27.09.2016

»Mit der neapolitanischen Saga wird den großen Bromances der Literatur, von Hamlet und Horatio bis Dean Moriarty und Sal Paradise, endlich ein ebenbürtiges Zeugnis einer weiblichen Freundschaft entgegengesetzt.«
Maik Brüggemeyer, Rolling Stone September 2016

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Elena Ferrante hat sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans im Jahr 1992 für die Anonymität entschieden. Ihre vierbändige Neapolitanische Saga – bestehend aus Meine geniale Freundin, Die Geschichte eines neuen Namens, Die Geschichte der getrennten Wege und Die Geschichte des verlorenen Kindes – ist ein weltweiter Bestseller. Ab Herbst 2017 erscheinen im Suhrkamp Verlag auch Ferrantes frühere Romane Lästige Liebe, Tages des Verlassenwerdens und Frau im Dunkeln.

Karin Krieger übersetzt vorwiegend aus dem Italienischen und Französischen, darunter Bücher von Claudio Magris, Anna Banti, Armando Massarenti, Margaret Mazzantini, Ugo Riccarelli, Andrea Camilleri, Alessandro Baricco und Giorgio Fontana. Sie war mehrfach Stipendiatin des Deutschen Übersetzerfonds und erhielt 2011 den Hieronymusring.

11 Antworten

  1. Geschenk sagt:

    Es ist mal wieder passiert: Ich habe mich von dem Hype anstecken lassen. Eine Flut an Berichterstattungen über das Buch und seine geheimnisvolle Autorin – und ich habe tatsächlich geglaubt, eine spannende Geschichte zu lesen zu bekommen. Klar, das ist immer Geschmackssache, aber ich fand das Buch weder interessant, noch sprachlich ausgefeilt. Eine in die Länge gezogene Handlung, aus mir nicht erfindlichen Gründen auf der Zeitebene hin- und herspringend. Mag sein, dass der Vergleich hinkt, aber für mich ist Stephen Kings „Joyland“ die sprachlich authentischere und inhaltlich bessere Geschichte über die Jugend. Auch wenn ich dafür vermutlich jede Menge Schelte einstecken werde ;o)

  2. Geschenk sagt:

    Elena und Lila wachsen in Rione, einem ärmlichen Vorort von Neapel, in den 50er und 60er Jahren auf. Beide verbindet eine in meinen Augen etwas eigentümliche Freundschaft, die gut 6 Jahrzehnte halten wird. Dann verschwindet Lila plötzlich so, als hätte es sie nie gegeben. Elena will dieses Verschwinden nicht akzeptieren und entschließt sich daher (angeblich) dieses Buch über ihr Leben und ihre Freundin zu schreiben. So viel zum Thema des Buches… Bleiben wir zunächst bei den positiven Aspekten: dem Schreibstil. Den habe ich durchweg als sehr angenehm und leicht zu lesen empfunden. Ich war sofort in der Geschichte und konnte mich auch längere Zeit darauf einlassen. Aber…. Es ändert nichts an der Tatsache, dass die Story gut gedacht ist, jedoch einfach unnötig in die Länge gezogen wird wie Gummi. 422 Seiten, in denen knapp 10 Jahre abgehandelt werden. Kleinigkeiten werden erzählt, als wären sie weltbewegend. Gut – vielleicht waren sie für eine 8 oder 9jährige weltbewegend, aber diesem Alter sind die meisten Leser leider entwachsen. Die Autorin verzettelt sich m. E. in überflüssigen Einzelheiten, die die Geschichte nur künstlich in die Länge ziehen. Auf eine – ich kann es nicht anders sagen – regelrecht geschwätzige Art und Weise. Es erinnert an Menschen, die beim Erzählen vom Hölzchen auf Stöckchen kommen und nach 1 Std. weiß man immer noch nicht, was derjenige eigentlich erzählen wollte. Dazu kommt, dass die von vielen so hoch gepriesene „lebenslange Freundschaft“ für mich nur sehr schwer nachvollziehbar ist. Gerade Lena geht mir ziemlich auf den Nerv, weil sie bei allem und jedem zwar immer nur an Lila denkt – aber leider nicht, weil sie sich um sie sorgt oder sie sie einfach vermisst, sondern eher als Dauer-Konkurrentin. Beständig fühlt sie sich ihr gegenüber benachteiligt, weil Lila klüger, stärker, selbstbewusster, raffinierter und als Jugendliche dann auch noch schöner ist als sie. Dieses ganze Buch lang ist sie ausschließlich bestrebt, es ihr zumindest gleichzutun oder sogar noch besser zu werden. Es quält sie regelrecht, dass Lila nicht einmal eine weiterführende Schule besuchen muss, um genausogut oder sogar noch besser Latein zu lernen als sie. Weil sie es sich selbst erarbeiten kann mit Büchern aus der Bibliothek und nicht die Schulbank dafür drücken muss. Und es ärgert sie beständig, dass Lila sie nicht beneiden will. Das wäre das, was Elena am meisten ersehnt. Dass ihre Freundin sie so beneidet, wie es umgekehrt der Fall ist. An kaum einer Stelle fand ich wirkliche Empathie mit Lila, keine Freude über deren Erfolge, sondern als sie feststellt, dass diese durch die Verlobung in die bessere Gesellschaft aufsteigt, wo sie nicht hingehört, geht sie sogar eher auf Abstand. Angeblich, weil Lila nicht mehr sie selbst ist. M. E. aber eher, weil sie nicht mehr mithalten kann, da Lila sie überholt hat, obwohl sie nicht weiter zur Schule gegangen ist. Was für ein Hype wurde und wird um dieses Buch (bzw. die 4 Bücher) gemacht! Ich kann es beim besten Willen nicht nachvollziehen. Es ist ein gut lesbares und auch durchaus unterhaltsames Buch, vor allem für Menschen, die gerne dahinziehende Familien-Epen lesen mögen. Aber mehr auch nicht! „Ein literarisches Meisterwerk von unermesslicher Strahlkraft…“? Also wirklich… Regelrecht sauer bin ich jedoch über das Ende des Buches – falls man es denn überhaupt so nennen kann. So etwas von Cliffhanger habe ich bisher noch nicht erlebt! Zumindest hätte man das Buch einigermaßen abschließen können (z. B. mit dem Ende der Hochzeitsfeier oder dem Aufbruch in die Flitterwochen). Stattdessen hört es praktisch mitten in einer Szene auf und hinterlässt in mir nur noch das fade Gefühl, hier total ausgenommen und veräppelt zu werden – wenn ich das Buch hätte kaufen müssen. Für mich ist das ein Grund, mir definitiv nicht mehr das Folgebuch anzutun. Wer es so nötig hat, für den weiteren Verkauf zu solchen Mitteln zu greifen, der soll ruhig auf den ganzen Büchern sitzenbleiben! Das hat einen von den beiden Sternen gekostet, die ich ansonsten vergeben hätte. Mag sein, dass italienische Leser so etwas akzeptieren oder sogar noch spannend finden. Ich finde es unmöglich! Warum hat man in Deutschland nicht die Bücher zeitlich sinnvoll gerafft und stattdessen nur 2 dickere Bücher herausgebracht, die man evtl. besser und sinnvoller hätte voneinander trennen können. M. E. ist das bloße Geldmacherei. Zumal ja in Italien längst alle Bücher erschienen sind und hier eine sofortige Veröffentlichung des Komplettwerks durchaus möglich gewesen wäre. Insgesamt betrachtet war dieses Buch demnach ein Reinfall. Dass eine so interessante Leseprobe so enttäuschend endet, hätte ich mir zuvor nicht denken können.

  3. Geschenk sagt:

    Meine geniale Freundin Band 1 umfasst 406 Seiten reinen Textes. Zuvor gibt es eine 5-Seitige Aufstellung der handelnden Personen nach Familien geordnet. Sehr hilfreich, um durch das Gewirr von ital. Namen der gar nicht mal wenigen handelnden Personen durchzukommen. Prolog: 5 Seiten. Kindheit: 77 Seiten, Frühe Jugend: 318 Seiten. Prolog hat mich fasziniert und viele Fragen aufgeworfen. Warum wollte Lila verschwinden? Wohin? Was wollte sie damit erreichen? Nun hat sie es auch getan und was nun? Da geht es aber nicht weiter. Die Fragen bleiben unbeantwortet. Der gesamte Roman besteht aus Reminiszenzen, beginnend mit früherer Kindheit. Die Erinnerungen an die Kindheit kamen mir schon recht ausführlich vor und spätestens ab S. 55 tauchte hartnäckig die Frage auf: Und warum muss ich das alles so genau wissen? Da werden voll im Ernst, in allen Einzelheiten die Vorkommnisse in Primärschule vor Augen der Leser ausgebreitet, z.B. wer welche Puppe wohin geschmissen hat und welche Jungs mit Steinen beworfen wurden, dann kommen die Prüfungen der Primärschule, die darauffolgende Mittelstufe, die Prüfungen der Mittelstufe, das Gymnasium, zu dem die Erzählerin dann geht und Lila in Vaters Werkstatt aushelfen muss, etc. Der Detailreichtum wirkte auf mich eher ermüdend, erforderte sehr viel Zeit und Geduld. Ich habe erwartet, dass es mit den Reminiszenzen mal aufhört und man gefesselt lesen darf, was jetzt auf der Suche nach Lila in der heutigen Zeit passiert oder ähnliches. Leider nicht. Auf die Kindheit folgte die Jugend, ebenfalls in der epischen Breite, mit den Bildern der Armut in Neapel im armen Viertel der Nachkriegszeit, denn die beiden Mädels kommen aus armen Familien, Lila ist Schusters Tochter und Linús Vater ist Pförtner in der Stadtverwaltung. Die Autorin kümmert sich gar nicht darum, den Leser zu fesseln, Sympathie für ihre Protagonistinnen zu erzeugen, ihre Geschichte spannend aufzubauen und entsprechend zu präsentieren. Elena Ferrante ähnelt in der Hinsicht den Leuten, die sich sehr gerne reden hören, in aller Selbstverständlichkeit davon überzeugt, dass ihr pausenloses Geplapper auch freie Ohren findet. Die Art der Stoffdarbietung ist reine Berichterstattung durchwirkt mit einigen Dialogen. Aus dem ganzen Ungetüm schälen sich irgendwann die Bilder der damaligen Zeit, der Zwei-Klassen-Gesellschaft: hier die Reichen und Schönen, dort die armen Malocher, die sich mal zum Spaziergang auf die besseren Straßen getraut haben, wie auch einige Probleme des Erwachsenwerdens. Die beiden Mädels sind recht unterschiedlich, was in früherer Jugend noch deutlicher wird, halten aber zusammen, denn Linú, die Erzählerin, die brave Gymnasiastin, ist nach wie vor von Lila und ihrem Charakter fasziniert. Im letzten Drittel wurde es paar Seiten lang spannend, denn Lila hat zwei Verehrer und die beiden wollen sie heiraten. Das Mädel ist gerade fünfzehn, das macht aber nichts. Mit sechzehn wird geheiratet. Der Roman endet am Lilas Hochzeitstag. Es gibt noch weitere drei oder vier Bänder. Vllt im letzten wird die Auflösung für Lilas Verschwinden aus dem Prolog präsentiert. Ich lese zwar gerne in Reihen und Romane über Freundschaft gehören zu meinen Favoriten, kann mich insg. schon für vieles begeistern, aber hier werde ich nicht so viel Durchhaltevermögen haben und Unmenge an Zeit aufbringen können. Die Sprache ist zwar griffig und aussagekräftig, aber zu viel Narrativ insg. und Unmenge an Details. Ferrantes Kunstfertigkeit hat es nicht geschafft, mich für ihre Geschichte zu entflammen. Keine Ahnung, warum man es lesen soll. Drei Sterne mit viel Wohlwollen. Auch auf die Gefahr hin, dass die frischgebackenen Fans der Reihe meine wenig besternte Rezension mit „nicht-hilfreich“ Klicks abstrafen, was an sich Missbrauch darstellt, denn „nicht hilfreich“ ist nicht gleich „entspricht nicht meiner Meinung“, sage ich offen und ehrlich, was ich über diesen Roman denke.

  4. Geschenk sagt:

    Das #FerranteFever hat gefühlt bereits die ganze Welt ergriffen und so wollte auch ich wissen, ob mich Elena Ferrantes Roman „Meine geniale Freundin“ textlich überzeugen würde. Dabei hat es für mich eine weniger große Rolle gespielt, wer die Autorin eigentlich ist. Damit beschäftigen sich mindestens ebenso viele Menschen, wie die, die ihren Büchern bereits verfallen sind. Doch ist das für die Geschichte und seine Figuren wirklich relevant? Als Leser wird man zwei Freundinnen aus Neapel vorgestellt, die zunächst nicht unterschiedlicher sein könnten. Während die Pförtnertochter Elena eher introvertiert ist und sich nicht gerne ihren Ängsten stellt, ist die Schustertochter Lila für ihre Aufsässigkeit und ihre Furchtlosigkeit im ganzen Ort bekannt. Keiner Konfrontation vermag sie aus dem Weg zu gehen. Beide kennen sich seit Kindertagen und wachsen in sehr armen, rauen Verhältnissen der 50er Jahre auf. In der Schule zeigt sich jedoch recht schnell, dass sie über den Reichtum eines überdurchschnittlich hellen Verstandes verfügen. Zu ihrem Glück wird dieses Geschenk früh erkannt. Leider werden im Verlauf der Geschichte nicht beide Mädchen die Möglichkeit erhalten, daraus etwas zu ihrem Vorteil zu machen. Elena folgt dem traditionellen Weg und arbeitet sich nach und nach von einem Bildungsabschluss zum nächsten. Lila hingegen wird in der Zwischenzeit zur Arbeit in der Familienschusterei gezwungen, wo sie sich der Familie unterordnen muss und nicht mehr gefordert wird. Die Wege der beiden trennen sich so immer wieder und ihr Alltag könnte nicht unterschiedlicher sein. Ihre Liebe zueinander wird durch Missgunst andauernd auf die Probe gestellt. Ferrante nimmt den Leser mit auf eine Reise von zwei heranwachsenden Frauen, die sich mit den Hürden in einer konservativen, männlich geprägten Gesellschaft und ihrer Herkunft konfrontiert sehen. Egal, ob sie sich nahestehen oder gerade voneinander entfernt haben, ihre Freundschaft bleibt dabei immer zwiespältig. Man weiß als Leser nie, wie sich ihre Beziehung entwickeln wird und ob sie irgendwann ihr persönliches Glück finden werden. Miteinander oder getrennt. Über dem Roman schwebte für mich immer die Frage, wie viel die Freundschaft der beiden aushalten muss und kann. Ob diese regelrechte Obsession nicht auch zu dem Unglück beider ihren Beitrag leistet. Eine Vielzahl von Figuren, die gleich am Anfang der Geschichte von Elena Ferrante eingeführt werden, haben mir bereits zu Beginn das Dranbleiben erschwert. In der Welt von Elena und Lina passiert so viel im alltäglichen Leben, dass man sich zunächst nicht auf die beiden und ihre besondere Beziehung fokussieren kann. Hinzu kommt, dass die ganzen Figuren auch noch unterschiedliche Spitznamen haben, die in jeweils anderen Kontexten wechselnd gebraucht werden. Alle Ereignisse und Personenschilderungen werden aus der Sicht von Elena erzählt. Man erlebt alles durch ihren Filter und ich habe mich öfter gefragt, ob eine wechselnde Perspektive die Geschichte für mich interessanter gestaltet hätte. Der Erzählstil ist sehr detailreich, bleibt gleichzeitig jedoch nüchtern und unaufgeregt. Genau das hat mir über die Länge der Geschichte zunehmend zu schaffen gemacht. Mir erschienen Elenas Schilderungen zu langgezogen und teilweise war der Roman für mich sehr zäh. Man könnte die Unaufgeregtheit auch als eine Stärke des Textes sehen, aber mir hat so die Verbindung zu den Figuren und dem Erlebten gefehlt. Ich konnte mich mit keiner der Figuren identifizieren, auch wenn es ein guter Kontrast zu der lauten und gewalttätigen Grundstimmung des Dorfes war. Die Stille hat für mich an einigen Stellen nicht zu den Gefühlen der Mädchen gepasst. Sie erleben so viel Leid und auch Gewalt, sie sind zerfressen von Ehrgeiz und Status. Sie stehen unter dem Druck der Gesellschaft und der Familie und in all dem Chaos versuchen sie rauszufinden, was sie eigentlich vom Leben erwarten und wie es um ihre Freundschaft bestellt ist. Der Spannungsbogen konnte dabei für mich leider nicht bis zum Ende gehalten werden. Zwischenzeitlich war es wieder interessanter und ich wollte wissen, wie es mit Elena und Lila weitergeht, aber im Gesamten konnte sich bei mir leider nicht die erhoffte Sogwirkung einstellen. Ferrante entwirft sicher ein gutes und eindringliches Bild der italienischen Gesellschaft, das für mich manchmal mehr im Vordergrund zu stehen schien als die beiden Protagonistinnen. „Meine geniale Freundin“ ist definitiv ein Roman, den man zumacht und der einen noch länger beschäftigt, da die Freundschaft der beiden italienischen Frauen sehr ungewöhnlich ist. Mich konnte es letztlich leider nicht mit der Begeisterung anstecken, die so viele andere Leser teilen und ich war froh, dass ich es geschafft hatte, bis zum Abschluss dranzubleiben. Die Geschichte ist sehr solide erzählt, aber dabei musste es für mich leider bleiben. Mir war die Freundschaft der beiden zu speziell und ihre Fixierung aufeinander im Verlauf fast krankhaft. Über vier Bände hinweg hätte ich damit wahrscheinlich keine Freude.

  5. Geschenk sagt:

    Elena, die Erzählerin und Lila, ihre Freundin von Kindesbeinen an, leben in einem Wohngebiets des neapolitanischen Präkariats, das gekennzeichnet ist von Gewalt in der Familie und Gewalt zwischen den Familien – und so lange ist das alles gar nicht her, dass man sagen könnte: „ja damals“. Zeitlich ist der Roman angesiedelt in den späten 50er und frühen 60er Jahren, als noch niemand von Emanzipation redet oder gar von Kinderrechten. Entsprechend werden Frauen und Kinder als Eigentum der Männer betrachtet und auch so behandelt, Schläge inklusive. Diese Gesellschaftsstudie ist auch schon der interessantere Teil des Buches, sie stellt die Ausgeliefertheit von Frauen und Kindern recht augenscheinlich dar. Nur wenige können sich aus den Fängen dieser Vorstadt-Vorhölle befreien, denn Rache und Missgunst beherrschen das Denken der Menschen, andere erlauben wenigstens ihren Kindern,eine Schule, die über die Grundschule hinausgeht, zu besuchen, wenn auch widerwillig, wie die Eltern von Elena auf Drängen ihrer Lehrerin. Lena wird eine sehr gute Schülerin und sieht ihre Chance in dieser Bildungsmöglichkeit, zumindest zeitweise. Lila, die Tochter des Schusters, die in der Grundschule immer besser war als Lena, sich selbst Latein und Griechisch beigebracht hat, aber keine weitergehende Schule besuchen darf, versucht es auf andere Weise: Sie, die als Kind unscheinbar und dürr war, wird hübsch und attraktiv und Schwarm aller Männer, auch der der Mafia nahestehenden jungen Männer. Sie bleibt ihren Prinzipien aber treu und schickt sie gegen den Widerstand der Eltern, die sich aus Mafia-Kontakten materielle Vorteile erwarten, in die Wüste, um sich für den Besitzer eines Lebensmittelladens zu entscheiden, der ihr ebenfalls materielle Sicherheit bieten kann: Kleider, eine eigene Wohnung, Auto und Fernsehgerät. Aber am Tag der Hochzeit schon wird sie von ihrem Ehemann verraten, als nämlich die Mafia-Brüder, die ihr in früheren Jahren den Hof gemacht haben, plötzlich, von ihrem Mann geduldet auf der Hochzeitsgesellschaft auftauchen, obwohl sie darauf bestand, dass diese eben nicht daran teilnehmen dürfen. Doch der Geschäftsmann muss es sich auch mit der Mafia gutstellen. Hier endet das Buch quasi mitten im Absatz, geschäftssteigernd und für einen sicheren Absatz des zweiten Bandes der Saga sorgend. Wenn man aber, so wie ich, nicht unbedingt süchtig nach mehr davon geworden ist, geht dieses Kalkül nicht auf, im Gegenteil. Denn Ferrante gelingt es eigentlich nur in dieser letzten Szene auf der Hochzeit so etwas wie Spannung und Neugierde aufzubauen, der Rest ist vermutlich gute Milieustudie, aber stellenweise so langatmig, dass ich mich fragte, ob sie wohl mit Karl May oder Adalbert Stifter verwandt sein könnte. Der innere Zwiespalt, in dem sich Lena befindet im Umgang mit Lila, in dem sie zwischen Neid, Bewunderung und Zuneigung hin- und herpendelt, ist gut beschrieben, auch im Zusammenhang mit dem eigenen Erwachsenenwerden und der damit einhergehenden hormonellen Irritationen, insgesamt aber zu ausführlich. Ich würde nicht sagen, dass es eine echte Zeitverschwendung war, dieses Buch zu lesen, denn die Darstellung des Milieus war schon recht interessant, Gusto auf Band zwei bekam ich aber nicht.

  6. Geschenk sagt:

    Eine Frau ist verschwunden, hat ihr Leben förmlich ausradiert und einen lebensuntüchtigen erwachsenen Sohn zurückgelassen. Raffaella Cerullos Verschwinden ist der Anlass für ihre beste Freundin Elena, die Geschichte ihrer Freundschaft zu erzählen. Die Mädchen sind 1944 in einem Arme-Leute-Viertel Neapels geboren und kennen sich seit der ersten Klasse. Elenas Vater arbeitet als Pförtner, Lilas Vater als Schuhmacher. Typisch für eine Kindheit in den 50ern beschränkt sich die Vorstellung der Mädchen von der Welt auf das Haus und die Straße, in der sie leben. Das Meer haben manche noch nie gesehen. Zuhause wird Dialekt gesprochen und Konflikte um die Ehre von Schwestern und Töchtern werden mit Gewalt ausgetragen. Menschen sterben im Krieg, bei Unfällen oder an banalen Krankheiten. Konkrete wie abstrakte Ängste liegen wie eine dunkle Wolke über dieser Kindheit; Angst vor Leitungswasser, vor dem Verschlucken von Kirschkernen und vor dem unheimlichen Don Achille im vierten Stockwerk. Ängste werden Ferrantes Figuren ihr Leben lang begleiten. Raffaella, „Lila“, ragt schon als Kind aus den vom Alltag gebeugten Figuren heraus durch ihre Entschlossenheit und Furchtlosigkeit. Lila konnte schon vor der Schule lesen und schreiben, ihr scheint alles zuzufliegen, anders als Elena, die sich im Unterricht anstrengen muss. Wenn sie nicht fleißig ist, werden die Eltern sie aus der Schule nehmen, haben die Grecos gedroht. Elena hat das abschreckende Beispiel von Lilas Bruder Rino vor Augen, der für Kost und Unterkunft für den Vater arbeiten muss – und gegen den Willen des Vaters im Betrieb keinen Stich selbstständig tun darf. Dass eine Tochter aus dieser Familie überhaupt länger als unbedingt nötig zur Schule gehen darf, ist ungewöhnlich fortschrittlich. Der alte Cerullo befürchtet offenbar, dass sein Sohn sich ihm entfremden wird, wenn er ihn beruflich eigene Wege gehen lässt, während er seine Tochter loslassen kann und sie fördert. Das Bewusstsein, dass vor ihnen selbst schon Menschen gelebt haben, das Wissen über die „Sünden der Väter“ unterscheidet die Mädchen von der Generation ihrer Eltern – und dieses Bewusstsein öffnet ihnen die Tür zu Bildung. Aus dem Kellerloch des „Früher“ will Stefano Carracci unbedingt ausbrechen – mit Lilas Hilfe. Selbst als sich die Wege der Mädchen trennen und Elena allein zum Gymnasium geht, bleibt Lila die „geniale Freundin“. Lila als Mentorin und Antreiberin ist ihrer Freundin stets einen Schritt voraus. Ohne Lila hätte Elena das Gymnasium sicher nicht geschafft. Lila lebt praktisch ein fremdes Leben, indem sie Elena durch ihr Vorbild einen Weg aus dem Viertel aufzeigt. Neben der ungewöhnlichen Beziehung der beiden Mädchen lässt sich intensiv das Verhältnis zwischen Rino und seinem Vater Fernando verfolgen. Rino und Lila wollen im Geschäft des Vaters Maßschuhe anfertigen. Dessen Fantasie reicht jedoch nicht aus, um im Konkurrenzkampf gegen billige Fabrikware neue Wege zu wagen, und er ist nicht in der Lage, seine Kinder eigene Wege gehen zu lassen. Rino ist dem Willen des Vaters auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, der von der Idee nicht viel hält. Für den Sohn scheint es keinen Weg heraus aus dem Viertel und der ewigen Armut zu geben. Mädchen dagegen können durch Heirat gesellschaftlich aufsteigen – oder durch Bildung, wie Elena. Als Lila mit 16 Jahren den Sohn des Lebensmittelhändlers heiratet, ist sich Elena noch sehr unsicher, ob Reichtum durch Bildung wirklich das ist, was sie sich vom Leben erträumt hat. Fazit Elena Ferrante beschränkt sich in ihrer Erzählung in der Ichform auf die Fakten und schränkt ihre Schilderungen mit der Bemerkung ein, sie sei sich im Rückblick ihrer Gefühle in beschriebenen Situationen nicht mehr sicher. Diese Relativierung lässt den ersten Band ihres schon 1991 verfassten vierteiligen Romans sehr aufrichtig und glaubwürdig wirken. Die Entscheidung zwischen Aufstieg durch Bildung oder durch Heirat, wie auch der Vater-Sohn-Konflikt der Cerullos sind universelle Konflikte, die von Lesern auf der ganzen Welt verstanden werden. Als großartiger Roman einer Freundschaft und Sittenbild der 50er Jahre hat „Meine geniale Freundin“ mich nicht allein mit seiner nur vordergründig einfachen Sprache beeindruckt, sondern ebenso mit wichtigen und starken Nebenfiguren wie Elenas Grundschullehrerin oder deren Cousine Nella. °°°° Zitat „Erst heute, da ich dies schreibe, wird mir bewusst, dass Fernando damals nicht älter als fünfundvierzig gewesen sein dürfte, Nunzia war sicherlich noch einige Jahre jünger. Die beiden zusammen sahen an jenem Morgen phantastisch aus, er im weißen Hemd, im dunklen Anzug und mit seinem Randolph-Scott-Gesicht und sie ganz in Blau, mit einem blauen Hütchen und einem blauen Schleier.“ (Seite 401)

  7. Geschenk sagt:

    Nach der Lektüre von „Meine geniale Feundin“ amüsiert mich insbesondere die Literaturkritik. Das Buch ist laut Zeit „ein epochales literaturgeschichtliches Ereignis“. Was ist es wirklich? Ganz kurz zusammengefasst: Ferrante beschreibt die Freundschaft zweier Mädchen vom Grundschulalter bis hin zur Pubertät. Insbesondere die Erzählerin will ihre Freundin ständig übertrumpfen, vor allem, um ihre Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erringen. Das beginnt vom Eckenrechnen in der Schule bis hin zum ersten Freund. Sprachlich – das sei der Autorin unbenommen – gelingt ihr ohne Wortgedrechsel ein gefühlvolles Kaleidoskop des Wertewandels zweier heranwachsender Mädchen. Schulnoten verlieren mit der ersten Liebe an Bedeutung, die Liebe selbst verliert mit dem gesellschaftlichen Aufstieg durch Hochzeit an Bedeutung. So nimmt jedes der Mädchen einen anderen Weg, um sozial aufzusteigen: Schusterstochter Lila heiratet die beste Partie des Viertels, um ihre Schuhfabrik aufziehen zu können. Elena wählt die weiterführende Schule. Das Problem an dem Buch ist, dass es einfach sterbenslangweilig ist. Die Kindheit und Jugend spiegelt eigentlich nicht mal so sehr das Lokalkolorit oder die 50er Jahre wieder, wie die Literaturkritiker völlig falsch hineininterpretieren. Es geht um den – zugegeben nachvollziehbar beschriebenen – Wertewandel der beiden Mädchen. Die eine heiratet, die andere bildet sich. Und das geschieht wirklich ohne besondere Höhepunkte. Das Buch mag etwas für die Herta-Müller-Fans sein. Es ist aber schon mal überhaupt nicht für Männer geeignet, und wer sogar am Ende noch Spannung sucht, ist hier wirklich fehl am Platz. Ein Buch für Leserinnen, die Muße für leise erzählte innere Reflektionen haben. Die gibt es durchaus, wie die vielen positiven Rezensionen zeigen. Aber auch diejenigen, denen das Buch nicht gefallen hat, haben recht.

  8. Geschenk sagt:

    Das Phänomen ‚Elena Ferrante‘ mag sich wohl für den Feuilleton eignen, nachdem es in Deutschland und der Schweiz rauf und runter besprochen wurde, inkl. Literaturclub und Literarische Quartett, aber das wars dann auch schon. Ich kann dieses ganze mediale Theater um dieses Buch nicht nachvollziehen. Erstaunlich ist vor allem daran, wie die Geheimnistuerei um die Autorschaft, solch einen Kauf-Hype bei der Leserschaft zu verursachen schafft. Die Medien brauchen wohl Stoff um etwas zu hypen, und hungrige Leser lechzen danach, doch bin ich mir nicht sicher, ob denn nicht gewaltig Erwartungen geschürt werden, die bei diesem langweiligen und zähen Schinken wohl auf der Strecke bleiben dürften. Schon jetzt ist klar, wie sehr ich mich über soviel Belangloses, Spannungsloses und keiner Art und Weise auch aussagekräftige Buch geärgert habe. Hier ist nichts Originelles zu finden. Für mich der FLOP dieses Lesesommers. Keine Faszination, keine Spannung, keine besondere Sprache, keine Originalität, kein Plot der einen irgendwie mitnehmen würde, mein Gott, um was um Himmels willen, soll man dieses belanglose und inhaltlose Geplapper, Geplauder und Geplätscher überhaupt lesen??? Weder gibt es hier etwas zu lernen, noch wird man wirklich unterhalten. Man wird lediglich vollgedrönt von der Selbstbeweihräucherung einer Autorin, die zumindest das Erfolgsrezept in Sachen Verkauf erkannt hat. Würde mich nicht verwundern, wenn sie im Bereich Verkauf / Marketing tätig wäre. Das Verschwinden in die Anonymität (Verschwinden ist auch das Thema des Buches) scheint für die Autorin sich als erstklassige Vermarktungsstrategie sich zu erweisen. Dass sogar ein Spiegel-Magazin ganze 11 (!!) Seiten um das Phantom ‚Elena Ferrante‘ verwendet, mag vielleicht dem Hype, der Verkäuflichkeit des Spiegels und des Buches dienen, doch bleibt in meinen Augen der Leser dabei gehörig auf der Strecke. Mit anderen Worten: Der Sieger ist das Feuilleton und der Suhrkamp Verlag inkl. Phantom-Autor(in), aber das wars dann auch schon. Schon lange habe ich mich schon nicht mehr über ein Buch so geärgert, wie über diesen Schwachsinn, bei dem sich wohl am Ehesten die Autorin selbst zuhört. Ich gehöre sicherlich nicht dazu. Dieser langweilige Schinken, ich kann es wirklich nicht anders sagen, ist eine einzige Aufforderung, an das Durchhaltevermögen des Lesers. Man kann hier wirklich mehrere Tode der Langeweile hinter sich bringen. Man bekommt hier eine verwirrende Fülle nur noch so um die Ohren gehauen. Man fühlt sich als Leser wie in einer langatmigen Endlosschleife. Hier wird masslos bis ins letzte Detail der Leser zugemüllt, hier wird erzählt ohne wirklich etwas auszusagen. Hier wird die Mühe des Lesers eingefordert, ohne sich nur im Geringsten um ihn zu kümmern. Einzig die Autorin selbst, scheint sich für diesen Kindheits- und Jugendquatsch zweier möglichen Mädchenschicksale im Neapel der 50er Jahre zu interessieren. Es geht um die Erinnerung an die Kindheit und die darauffolgende Jugend. Das erste Interesse am anderen Geschlecht. Wir sind in Rione, einem Stadtviertel von Neapel. Elena die Ich-Erzählerin, berichtet um ihre Faszination um Lila, die sie abgöttisch liebt. Die Eine scheu, die andere frech, klug sind sie beide. Elena, die Pförtnertochter, darf die Schule besuchen, die andere nicht. Lila die Unerreichbare, wird im Schuhgeschäft ihrer Eltern gezwungen mitzuarbeiten. Ihr Wissen versucht sie sich privat anzueignen als Autodidakt. Elena / Lenù erzählt uns hier ihre Sicht ihres Erwachsenwerdens, immer einen Blick auf das Leben ihrer geliebten Freundin Lila, die sich ihr immer mehr entzieht. (Und schon anfangs vermisst wird, was sich im gewissem Sinne, durch das ganze Buch zieht) Eine Mädchenfreundschaft zwischen Rivalität und Symbiose aber auch Entfremdung und einem Aufeinanderzugehen. Eine Geschichte um die Frauenemanzipation der 50er Jahre im damaligen Italien, in einer Welt die auf rauhe Art und Weise von den bösen und brutalen Männern dominiert wird. Ferrante erzählt das Leben junger Frauen, und ihrem Drang nach Unabhängigkeit und ihrem Streben nach einer Gleichberechtigung. Ein Roman der von Klassenunterschieden erzählen will, von dem Drang nach Literatur und Bildung, denn beide Mädchen gehen auf ihre eigene Art, ihren eigenen Bildungsweg. Ferrante entlässt den Leser mit der Hochzeit Lila’s, dessen ermüdende Vorbereitung wir über uns in endlosen Passagen ergehen lassen müssen. Doch steht im Raum, ob sie sich nicht verkauft hat, und sich ein neues künstliches Gefängnis geschaffen hat. „…Lila habe sich mit Stefano nur wegen des Geldes eingelassen, um ihren Bruder und ihre ganze Familie zu versorgen.“ 339 Es ist nicht absehbar, ob sie wirklich die richtige Entscheidung getroffen hat – doch ahnt man nichts Gutes….Doch hängen bleibt bei dieser Geschichte wenig, zu wenig. Die gewählten Themen (Feminismus, Erwachsenwerden, Gleichberechtigung, Bildung, Literatur, Unabhängigkeit, Rivalität die durch Symbiose zusammengehalten wird, Selbstbehauptung gegenüber der Männerwelt) an sich wären gar nicht so schlecht gewählt, doch finde ich die literarische Umsetzung schlichtweg miserabel. Man hat Mühe reinzukommen, liest ständig Passagen nach, weil man immer wieder verwirrt ist, was u.A. mit den vielen Personen zu tun hat, ärgert sich eine Buchlänge lang, das uns hier eine nichtssagende Story zugemutet wird, die ihr Geld nun wirklich nicht wert ist. Das ganze mit einer banalen und einfachen Sprache ausgestattet, die keinerlei Esprit erzeugen vermag. Schlichte Durchschnittslektüre. Schade! Wie SO ein Buch einen solchen Erfolg haben kann, kann ich nicht nachvollziehen! Ärgerlich! Viel zu viel Lärm um rein gar nichts! Ob ich Elena Ferrante’s 2. Buch des gesamten vierteiligen Werkes lesen werde und ob ich es weiterempfehlen würde? Nein, muss nicht sein. Zitat: „Neben ihr lag das Brautkleid wie der Körper einer Toten.“ 397 ‚Elena Ferrante‘ mag vielleicht eine ausufernde Plaudertasche sein, aber wirklich ERZÄHLEN kann sich nicht. Nachtrag vom: 8.10.2016 Dem Literaturkritiker James Wood haben wir es wohl zu verdanken, dass der ganze Hype losgetreten wurde, in dem er einen Artikel 2013 im ‚New Yorker‘ über Ferrante schrieb, und zum ersten Jubel anstimmte. Nun ist es wieder ein Journalist, der angeblich die Identität herausgefunden haben will. Angeblich soll der investigative Journalist Claudio Gatti herausgefunden haben, dass sich hinter der ganzen Heimlichtuerei „Anita Raja“ verbergen soll. Eine Übersetzerin, des gleichen Verlages (Edizioni e/o) bei dem die italienischen Originalausgaben erscheinen. Da werden Gehaltszahlungen und die Überprüfung von Grundbucheinträgen angeführt, erstaunlich, wie weit Journalisten gehen. Elena Ferrante hat wohl selbst dazu beigetragen, u.A. durch die von ihr gegebenen Interviews, dass alle Welt neugierig ist, wer denn nun die Urheberin ist. Den eigenen Hype sozusagen angeheizt. Glaubt man ihren Aussagen, wäre es das AUS ihrer Publizität. Denn sie hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass mit dem Aufdecken ihrer Identität, sie ihr Schreiben beenden würde. Seltsam, wie Journalismus Schriftsteller aus dem Nichts in Höhe halten können, genauso, wie sie sie wieder in der Asche verschwinden lassen können. Da kann man sich schon einmal Gedanken darüber machen, in welchem unglaublichen Mass, Journalismus die Literatur und dem, was heutzutage gelesen wird, doch manipuliert, gehypt und beeinflusst wird. Unglaublich eigentlich. Was Segen ist, kann irgendwann dann zum Fluch werden…

  9. Geschenk sagt:

    Der erste Band war ganz nett und unterhaltsam, auch wenn das Geplätscher der Verfasserin 4 Kapitel braucht, um einen Tag zu beschreiben. Den 2. Band habe ich auf Englisch gelesen, und zwar mit wachsender Irritation. Und wer am Ende von Band zwei immer noch nicht den dringenden Wunsch hat, die zickige, launenhafte Heldin Lila eigenhändig zu erwürgen, der kann sich auf zwei weitere Bände freuen …

  10. Geschenk sagt:

    Die Geschichte an und für sich hätte Potential für Großes …, zwei unterschiedliche ‚Freundinnen oder besser gesagt Konkurrentinnen‘ aus dem armen und gewaltvollen Neapel in den 50iger Jahren, Aufstieg der Mafia, Brutalität und Gewalt in der Familie und speziall an Frauen, Bildungsferne und das Potential Lila … nach dem ersten Teil muß ich leider sagen, dass dieser sehr einfach geschrieben, nahezu berichtmässig ohne jeglichen philosophischen Beitrag. Wenn man dazu nur eine Seite Dostojewski aufschlägt, hat man mehr zum Denken und zum Erkennen als hier nach 400 Seiten.

  11. Geschenk sagt:

    Wie kommt es zu dem unglaublichen Hype, der um dieses Buch gemacht wird? Welcher Nerv wurde da nahezu weltweit getroffen? Es brauchte erst den unglaublichen Erfolg in den USA und Großbritannien, wo Elena Ferrantes Neapel-Tetralogie auch die Weihen der hohen Literaturkritik und das Lob bedeutender Schriftstellerkollegen wie etwa Jonathan Franzen erhielt, um aus dem beachtlichen Erfolg in Italien einen Sensationserfolg zu machen, der nun auch in Deutschland veröffentlicht wird. Zwar gibt es auch ein Paar Rufer, die mahnen, dass der Kaiser ja nackt ist und auch der Begriff Trivialliteratur fiel das ein oder andere Mal. Insgesamt wird der Roman aber beinahe enthusiastisch aufgenommen. Der Verlag reagiert mit einer enormen Publicitykampagne und sicher kommt dem Ganzen noch die Tatsache zugute, dass es sich bei Elena Ferrante um ein gut gehütetes Pseudonym handelt. Niemand weiß, wer dahinter steckt, die Gerüchteküche kocht hoch. Das alles bringt zwar den Verlagen sicher Rekordeinnahmen (und die seien ihnen mehr als vergönnt), schaden meiner Meinung nach aber dem Buch. Denn bei all dem hochkochenden #ferrantefever kann es doch selbst, für sich allein, höchstens eine mäßig erhöhte Temperatur hervorrufen. Was gar nicht so schlecht wäre. Denn die Geschichte um zwei Freundinnen aus einfachsten Verhältnissen, ihr gemeinsames Aufwachsen in einem wenig privilegierten Rione (Bezirk) Neapels in den Fünfziger Jahren und ihren weiteren Weg malt zunächst einmal ein breit angelegtes Gesellschaftsporträt. Zehn Familien mit unzähligen Angehörigen bevölkern den Roman. Ein Personenverzeichnis und Ferrantes geschickte Führung sorgt dafür, dass man dennoch meist den Überblick behält. Es wimmelt in den Gassen von Kindern, da wird geschustert und getischlert, auch die Camorra sitzt schon am Tisch. Das ist ziemlich gut und atmosphärisch geschildert. Dazwischen versuchen die zwei Mädchen Elena und Raffaella ihren Weg zu finden. Hochbegabt die Eine, fehlt ihr aber die nötige familiäre Unterstützung und vielleicht auch der letzte Wille, sie verlässt die Schule früh und sucht ihr Glück in der Heirat mit einem wohlhabenden, vielversprechenden Mann. Da ist sie erst 16. Ihre Freundin ist weniger talentiert, aber ehrgeizig, fleißig und mit dem Quäntchen mehr Glück ausgestattet, was ihr im Endeffekt Abitur und Aussicht auf ein Studium einbringt. Die Freundschaft der Beiden, und die meisten Kritiker bejubeln in erster Linie die Darstellung einer Frauenfreundschaft, ist von Anfang an, bei aller Zuneigung, durch ein hohes Maß an Konkurrenz und Neid, vor allem der erzählenden Elena, geprägt. Für mich ist sie eher ein Negativbeispiel. So wie die Erzählerin für mich zunehmend unerträglicher wird in ihrer arroganten Art, ständig ihre Bestleistungen und Erfolge vor sich hertragend. Dabei sind die Figuren im Buch nicht flach angelegt, sondern durchaus ambivalent. Manchmal erscheinen Raffaella (Lila) und Elena sogar wie zwei Möglichkeiten einer weiblichen Existenz zur damaligen Zeit. Leider verliert sich das Buch oft in der allzu genauen Schilderung unerheblicher Begebenheiten oder Gefühlslagen, wirkliche Ereignisse werden dagegen oft nur aneinander gereiht. Bestimmte Dinge, wie z.B. die schulischen Erfolge Elenas oder das Wer mit Wem der neapolitanischen Jugendlichen werden ständig wiederholt. Politische und zeitgeschichtliche Faktoren fließen dagegen nur in homöopathischen Dosen ein. Das mag am Alter der Protagonisten liegen, das sich mehr um sich selbst als um die Welt dreht (das gälte es dann in den nächsten Bänden zu überprüfen) oder auch am Isoliertsein, dem Abgehängtsein mancher Bezirke Neapels damals. Der interessierte oder aufmerksame Leser mag sich diese Welthaltigkeit auch irgendwo zusammenklauben. Mir hat sie ein wenig gefehlt. Dazu kommt die sehr schlichte Sprache, die natürlich auch zum Sujet passt, aber eben auch keine Glanzlichter setzt. Bleibt zu überlegen, wie dieses Buch derartige Begeisterungsstürme zu entfachen vermag. Solide Unterhaltungsliteratur, die es ist. Vielleicht gibt die Meldung, dass bereits eine netflix-Serie in Planung ist, darüber ein wenig Auskunft. Ein wenig wie in einer Serie in Buchform kommt man sich vor, mit all dem Personal, den alltäglichen Verwicklungen, den Intrigen, den Cliffhangern. Durch die Ankündigung dreier weiterer Bände kann man den Figuren ganz nah kommen, in ihr Leben eintauchen, sich auf ein Wiedersehen freuen. Ein weiterer Punkt, den vor allem weibliche Rezensenten immer wieder betonen, ist die Selbstfindung zweier Frauen, auch unter schwierigen Bedingungen, die interessiert. Besonders im amerikanischen Raum mag auch ein wenig Nostalgie mitschwingen. Bella Italia, Napoli wie wir sie aus den neorealistischen Filmen kennen. Vor Menschen wimmelnde Straßen, knatternde Mopeds, laut und intensiv. Auch ich konnte mich dem allen nicht immer entziehen. Oft jedoch hat mich das Buch einfach nur gelangweilt. Selten konnte eine reine Punktewertung meinen ambivalenten Gefühlen so wenig Ausdruck verleihen. Aber anstatt Ferrantefever herrschte bei mir leider nur mäßig erhöhte Temperatur.

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