Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur: Andrea Wulf, Hainer Kober
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Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur: Andrea Wulf, Hainer Kober

Bei Amazon.de erhältlich: Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, Andrea Wulf, Hainer Kober, C. Bertelsmann Verlag, ISBN: 9783570102060: Schnelle und versandkostenfreie Lieferung ✓

Pressestimmen

„Keiner hat die Welt so gesehen wie er: Alexander von Humboldt. Ihm hat Andrea Wulf eine wunderbare, eine herrlich zu lesende, monumentale Biografie gewidmet. Eine glänzende Lektüre, ein Abenteuerspielplatz des Geistes.“ (Denis Scheck in ARD „druckfrisch“)

„Das Sachbuch des Herbstes. Mit einer Sprache ganz von heute macht Wulf Humboldt zum spannenden Zeitgenossen und bringt durch ihre faszinierende Erzählkunst den Leser dazu, es Humboldt nachzutun. Unglaublich, dass einem Buch so etwas gelingt.“ (ZDF „aspekte“)

„Ein toll geschriebenes Buch auf hohem Niveau.“ (BR2 „Eins zu Eins. Der Talk“)

„Andrea Wulf gelingt es, in sprechenden Szenen ein klares, lebendiges Bild ihres Helden zu zeichnen. Ihr Buch ist Biografie und ideenhistorische Studie in einem. Der Leser folgt ihr gern.“ (Süddeutsche Zeitung)

„Es ist und bleibt mein Sachbuch des Jahres, quasi in jeder Kategorie: Wissenschaft, Natur, Biografie und Geschichte.“ (Bill Bryson im Guardian, Best Books of 2016)

„Wulfs neue Biografie ist glänzend erzählt. Ein absolut lesenswertes Buch.“ (Der Standard)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Andrea Wulf, geboren in Indien und aufgewachsen in Deutschland, lebt seit anderthalb Jahrzehnten in London. Seit ihrem Studium der Designgeschichte am Royal College of Art arbeitet sie als Sachbuchautorin und Journalistin. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, ihr Buch „The Brother Gardeners“ wurde u.a. für die Longlist zum Samuel Johnson Prize nominiert. Sie schreibt u.a. für „Wall Street Journal“, „Sunday Times“, „New York Times“, „Guardian“ und „Times Literary Supplement“ und arbeitet zudem regelmäßig für die BBC. 2012 erschien ihr Buch „Die Jagd auf die Venus“.

12 Antworten

  1. Geschenk sagt:

    Ein Mann der beim Essen in Pariser Restaurants regelmäßig von Fans umringt ist, einer dessen Bücher beim Erscheinen Bestseller werden und in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt werden, einer der mit amerikanischen Präsidenten befreundet ist und regelmäßig von Ihnen um Rat gefragt wird, einer dessen hundertster Geburtstag auf der ganzen Welt gefeiert wird: ein Popstar, ein Schauspieler? Nein, im 19.Jahrhundert war das tatsächlich einem Entdecker, Abenteurer, Naturforscher und Wissenschaftler möglich: Alexander von Humboldt. Andrea Wulf schildert den Werdegang Humboldts, gibt Einblick in sein Denken, erläutert welche Menschen, Erlebnisse und Begebenheiten ihn beeinflussten und wie seine Tätigkeit als Forscher, Denker und Autor Wissenschaftler, Politiker und Dichter beeinflusste. Sie zeigt aber auch den Menschen Humboldt. Der war eigentlich Weltbürger musste aber später im Leben in dem von ihm alles andere als geliebten Berlin leben. Dreh und Angelpunkt seines wissenschaftlichen Weltbildes und seines Ruhms ist seine mehrjährige Südamerikareise. Wulf schildert die strapaziöse Reise detailreich und arbeitet die Bedeutung unterschiedlichster Aspekte heraus. Sein es geographische, geologische, botanische, meteorologische, gesellschaftliche oder politische Entdeckungen bzw. Erkenntnisse. Humboldt entwickelt auf dieser Reise einen speziellen Blick auf die Wissenschaften und die Natur. Er verbindet objektive, wissenschaftliche Betrachtung, Empirie und subjektive Schilderungen zu einem Amalgam den die Zeitgenossen sich nicht entziehen konnten. Abenteuer, Wissenschaft und Poesie gingen bei ihm Hand in Hand. Unglaubliche Fleißarbeit und Detailversessenheit verband sich mit einem Blick für Zusammenhänge und das große Ganze. Auf Humboldt gehen so über vergleichende Beobachtungen die Einführung von Klimazonen und Isothermen in die Wissenschaft zurück. Er sieht die Natur als ein Ganzes in dem alles mit allem verbunden ist. Er erkennt dass die Natur ständiger Veränderung unterworfen ist, die Umwelt beeinflusst Lebewesen, ebenso wie diese ihre Umwelt verändern können. Klima und Natur, geologische Veränderungen alles wirkt aufeinander ein. Er weist seine damaligen Leser auf Naturzerstörung durch rücksichtslose Ausbeutung von Ressourcen hin (Abholzung der Wälder, Versteppung etc.). Vom kleinsten Moos bis zum Stern: der gesamte Kosmos bildet für Humboldt eine untrennbare Einheit. Auf Grund seiner umfassenden Kenntnisse und seiner vergleichenden Forschung kommt er etwa zum Schluss, das Südamerika und Afrika einst vereint gewesen sein müssen. Lange bevor der Gedanke der Kontinentalverschiebung aufkam und schließlich Mitte des 20.Jahrhunderts etabliert wurde. Humboldts Diskussionen mit Goethe, die Beschäftigung mit Kant, mit den Wissenschaftlern seiner Zeit und die Forschungsreise in die neue Welt fügen sich schließlich zu einem neuen Blick auf die Welt. Als in den 30iger Jahren des 19.Jahrhunderts die Wissenschaften mehr und mehr zu den voneinander abgegrenzten Disziplinen werden die wir heute kennen, arbeitet Humboldt an seinem größten Werk „Kosmos“. Hier verschmilzt er seine Arbeit und die Ergebnisse einer Unzahl anderer Wissenschaftler aus der ganzen Welt mit denen er in regem Austausch stand zu einem großen Ganzen. Keine Enzyklopädie die Fakten auflistet, sondern ein Werk das Zusammenhänge deutlich macht, fußend auf Humboldts lebenslanger vergleichender Forschung. Andrea Wulf nimmt den Leser mit auf eine Reise durch das Leben dieses großen Mannes. Das liest sich spannend, ist voller fakten und gibt wunderbar das Denken Humboldts wieder. Die unfassbare Popularität Humboldts und der kaum zu ermessende Einfluss den er auf andere Wissenschaftler hatte arbeitet Andrea Wulf heraus. Die Autorin widmet den Wichtigsten dieser Denker und Forscher eigene Abschnitte, so war etwa Darwin ein großer Bewunderer Humboldts. Dieser hatte bereits, wie andere Forscher der Zeit, Gedanken über die Entwicklung von Lebewesen zu Papier gebracht, die Darwin aufgriff. Andere Kapitel beschreiben wie stark Humboldt das Denken von frühen Umweltaktivisten beeinflusste und ökologisches Denken letztlich auf ihn zurückgeht. Dass dieser Mann außerdem gegen Sklaverei war und für freiheitliche, demokratische Ideen eintrat (er beeinflusste Simon Bolivar, den südamerikanischen Revolutionär mit dem er befreundet war) könnte ihn glatt zum Poster Boy aller modernen Umweltschützer machen. Andrea Wulf hat ein absolut lesenswertes Buch geschrieben das den Mann, sein Denken, was ihn beeinflusst hat, wen und was er beeinflusste herausarbeitet. Den historische Kontext beschreibt sie ebenfalls, so das auch die politischen Verhältnisse und historischen Ereignisse unter den Humboldt lebte und wirkte klar werden. Nebenbei erfährt man dann auch noch das nach niemanden auf der Welt mehr Orte benannt sind als nach Alexander von Humboldt. Ein umfassender Anhang der kurz Humboldts wichtigste Werke beschreibt, sowie ein Anmerkungsteil der akribisch alle Textquellen auflistet vervollständigen das Buch. Das enthält außerdem eine Vielzahl von Abbildungen die ein lebendiges Bild der Zeit entstehen lassen. Ein großartiges, gut strukturiertes, sehr lesbares Sachbuch das fakten- und kenntnisreich Zusammenhänge verdeutlicht und überraschende Details bereithält, nicht zuletzt das Ökologie und Umweltdenken bereits in der Mitte des 19.Jahrhunderts einen Vordenker hatten.

  2. Geschenk sagt:

    Ein wirklich empfehlenswertes Buch, das neugierig macht auf Humboldt. Wer diesen Wissenschaftler bisher nicht kannte, sollte mit dem „Kosmos“ beginnen.

  3. Geschenk sagt:

    – optimal recherchiert und dokumentiert, – die Zeit von Goethe, von Humboldt und Thomas Jefferson wird für den Leser erstaunlich empfind- und erlebbar, – die mitreissenden menschlichen Geisteskämpfe hinter dem Kampf um die Unabhängigkeit, der Freiheitsbewegungen und die fast verzweifelte Aufklärung gegen die Umweltzerstörung sind eindrücklichst beschrieben – und am speziellsten: der heutige rein „sachliche“ Weg der Naturwissenschaften, der in die Sackgasse geführt hat, in dem die Subjektivität komplett ausgesperrt wurde wird als einseitig entlarvt, ohne in das andere Extrem der schwärmerisch sentimentalen Esoterik zu weisen, sondern auch hier – wie durchgehend in jedem Kapitel – wird erfolgreich versucht, die Zusammenhänge aufzuzeigen von den Teilen eines Ganzen, das seit jeher eins war, – ohne auch hier in einen seichten Monismus zu verfallen, sondern die Beziehungen der Teile zu beleuchten – einfach genial!

  4. Geschenk sagt:

    Warum sollte man heute eine Biografie Alexander von Humboldts (1769–1859) lesen? Weil das, was der Mann dachte und tat, eben doch ein bisschen interessanter ist als die halbfiktive Person, die Daniel Kehlmann in seinem höchst amüsant zu lesenden Roman „Die Vermessung der Welt“ auftreten lässt. Es stimmt zwar, dass Humboldt geradezu manisch darauf versessen war, die Welt in all ihren Erscheinungsformen zu vermessen; es stimmt auch, dass Humboldts eigene Reisebeschreibungen eine vergleichsweise trockene, weil auf wissenschaftliche „Vollständigkeit“ angelegte Lektüre sind. Aber was der Mann erlebt, gesehen und vor allem gedacht hat: Das lässt sich nun alles in Andrea Wulfs vorzüglich geschriebener Biografie nachlesen. Wobei der Untertitel nur auf den ersten Blick irritiert: Natürlich hat Humboldt die Natur nicht „erfunden“, aber unsere „moderne“ Sichtweise, sie und mit ihr die ganze Erde als einen riesigen Organismus zu verstehen, geht ganz wesentlich auch auf ihn, den Spross einer wohlhabenden preußischen Adelsfamilie, zurück. Was man zudem von ihm (und auch von seinem Zeitgenossen, dem Dichter des Schlemihl, Adelbert von Chamisso) lernen kann: Wie man die Welt als aufmerksamer Reisender auch als etwas Ganzes, Zusammenhängendes, begreifen kann: Humboldt wie Chamisso wetterten gleichermaßen gegen die Sklaverei und verstanden sich als Weltbürger (etwas, von dem der gerade gewählte US-amerikanische Präsident behauptet, dass es das genauso wenig gäbe wie den Klimawandel). Schon deshalb ist Andrea Wulfs Biografie höchst aktuell und umbedingt empfehlenswert.

  5. Geschenk sagt:

    Ich finde das Buch klasse! Tatsächlich kommen die Gesamtbiographie von Humboldt vielleicht ein wenig zu kurz, aber dafür kommt die damalige Atmosphäre der wissenschaftlichen Forschung, der Begeisterung und der Mühen, die mit dem Kenntniserwerb verbunden waren, zum Vorschein. Wenn sich Humboldt mit Goethe und Schiller trifft und sie über Wochen gemeinsam forschen und sich gegenseitig antreiben, dann ist dasgenauso faszinierend wie die Erforschung Südamerikas in einer Zeit, die insgesamt politisch und wirtschaftlch instabil und schwierig war. In solchen Zeiten die Ruhe zu finden zu forschen sollte manchem Wissenschaftler von heute ein Vorbild sein, der jammert, wenn sein Internetzugang nicht funkioniert.

  6. Geschenk sagt:

    Natürlich kennt jeder den Namen Humboldt, viele waren sogar mal auf einer Schule oder gar Uni, die so heißt. Aber wie das so ist mit solch großen Namen, man hat Respekt vor ihren bleibenden Verdiensten für die Menschheit, aber ordnet solche Forscher doch eher der Vergangenheit zu, als Geistesgrößen ihrer Zeit, nicht unserer Zeit. Wie weit seiner Zeit voraus Humboldt war, und wie viel er uns deshalb heute noch zu sagen hat, zeigt Andrea Wulf in diesem wunderbaren Buch. Seine Verdienste für die Wissenschaft sind heute sicherlich unbestritten. Man kennt den Botaniker Humboldt, den Zoologen, der etwa Darwin zu dessen Fahrt mit der „Beagle“ inspirierte, oder auch den Klimaforscher, dessen Ideen mit den Grundstein für die heutige Klimawandel-Diskussion gelegt haben. Die Autorin zeigt im Buch aber noch mehr als das: nämlich den Menschen Humboldt dahinter, den Abenteurer, den Getriebenen, der etwa als erster das Amazonasgebiet erforschte oder den Gipfel des Chimboraza in Ekuador erstieg, der damals mit über 6000 Meter als höchster Berg der Welt galt und anhand seines Aufstieg zu diesem Vulkan Humboldt als erster die Symptome der Höhenkrankheit beschrieb. Natürlich war seine Persönlichkeit nicht frei von Widersprüchen und auch das kommt im Buch zum Ausdruck. Etwa dass er gegen Ausbeutung von Mensch und Natur Stellung bezog, sich aber andererseits von Fürsten hofieren lies, die genau das manchmal taten oder es zumindest nicht verhinderten. Oder dass er sich bei manchen Forschungen schlichtweg geirrt hat. Aber muss einem das wirklich wundern bei einem Menschen, der bei seiner ausgedehnten Forschungsreisen ständig in finanzieller Not war, und der, weil er ständig wissenschenschaftliches Neuland betrat, sich natürlich auch irrte? Frau Wulf wollte mit ihrem Buch bewusst kein ehrfuchtserbietendes Denkmal auf einen Sockel stellen, sondern ein lebendiges Portrait eines Menschen zeichnen mit all seinen Verdiensten, seinen Motiven seinen Widersprüchen – und das ist ihr aus meiner Sicht gut gelungen.

  7. Geschenk sagt:

    Das Buch von Andrea Wulf ist eine einzigartige Beschreibung des Lebens von Alexander von Humboldt aus einer eher globalen Sicht. Das Werk ist in 5 Teile gegliedert. Teil I: Aufbruch: Erste Ideen; Teil II: Ankunft: Sammlung der Ideen; Teil III: Rückkehr: Sichtung der Ideen; Teil IV: Einfluss: Verbreitung der Ideen; Teil V: Neue Welten: Entwicklung der Ideen. Diese Gliederung ist speziell und dürfte diejenigen enttäuschen, die mehr an einer Biographie interessiert sind. Meiner Ansicht nach ist der Titel des Buches „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ hervorragend getroffen. Alexander von Humboldt war einer derjenigen Menschen, die so außergewöhnlich waren, dass sie die Menschheit und den Verlauf der Geschichte maßgeblich beeinflusst haben. Sein Leben, seine Persönlichkeit und vor allem seine Arbeit haben die bedeutendsten Menschen und damit deren Leben geprägt. Er kannte viele noch heute bekannten Menschen persönlich. Regenten, Wissenschaftler, Künstler etc., wie z. B.: John Adams, Charles Babbage, Honoré de Balzac, Simón Bolivar, Charles Darwin, Benjamin Franklin, Thomas Jefferson, Napoleon I. Bonaparte, Friedrich Wilhelm III. und der IV., Carl Friedrich Gauss, Johann Wolfgang von Goethe, Immanuel Kant, Sir Charles Lyell, Nikolaj I. Zar von Russland, Edgar Allen Poe, Alexander Puschkin, Friedrich Schiller, Friedrich Schelling, u.v.a.m. Sein Einfluss war enorm. Spannend sind auch die Kapitel, die sich mit der Verbreitung und der Weiterentwicklung seiner grundlegenden Ideen beschäftigen. Humboldt war der erste Naturforscher, der die Natur als ein großes zusammenhängendes Gebilde betrachtete, in dem alles mit allem verbunden ist. Er sah Zusammenhänge und Ursache- und Wirkungsbeziehungen, die vor ihm noch keiner gesehen hatte. So war er ein scharfer Kritiker des Kolonialismus und der Sklaverei. Er erkannte die Problematik der Naturzerstörung durch Monokulturen und die Abholzung des Waldes. Diese Zusammenhänge waren den Menschen damals nicht bewusst. Humboldt war sozusagen der erste Naturschützer. Auf seinen Arbeiten entstanden weitere bahnbrechende Werke, wie die Evolutionstheorie von Charles Darwin, die nachweislich auf den Ideen von Humboldt aufbaut. Auch die bahnbrechenden Werke von George Perkins Marsh „Man and Nature“, Henry David Thoreau’s „Walden“, und die Arbeiten von Ernst Haeckel und John Muir und viele mehr wurden von Humboldt stark beeinflusst. Das Buch ist auch hinsichtlich der geschichtlichen Einbettung in das 19-te Jahrhundert sehr zu empfehlen.

  8. Geschenk sagt:

    Überaus interessantes Buch über Humboldt und alle die er während und nach seiner Lebenszeit beeinflusst hat. Etwa 2/3 des Buchs handeln von Humboldt selbst. Der Rest des Buchs von Menschen die direkt von Humboldt beeinflusst wurden (z.b. Darwin) Auch waren seine Ansichten zum Thema Umweltschutz und Ausbeutung der Natur seiner Zeit weit voraus. Die letzten 120 Seiten (!) des Buchs sind Quellenangaben.

  9. Geschenk sagt:

    Was für ein unstetes, rastloses Leben ! Unzählige Male geht man an seinen Denkmälern vorbei , doch erst jetzt ist mir bewußt geworden, mit welchen Legenden und Personen sein Leben bestückt war! Manchmal schweift das Buch etwas sehr von Humboldt ab ( Bolivar) , doch man verzeiht es der Autorin.

  10. Geschenk sagt:

    Ein interessanteres Buch über Alexander von Humboldt hat es noch nicht gegeben, Andrea Wulf ist das selbst alles abgereist und das merkt man. Für Freunde des Berliner Humboldt Forums ein absolutes Muß, es macht einem seine Bedeutung bis heute klar, das ist nicht nur Geschichte!

  11. Geschenk sagt:

    Ein Mann der beim Essen in Pariser Restaurants regelmäßig von Fans umringt ist, einer dessen Bücher beim Erscheinen Bestseller werden und in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt werden, einer der mit amerikanischen Präsidenten befreundet ist und regelmäßig von Ihnen um Rat gefragt wird, einer dessen hundertster Geburtstag auf der ganzen Welt gefeiert wird: ein Popstar, ein Schauspieler? Nein, im 19.Jahrhundert war das tatsächlich einem Entdecker, Abenteurer, Naturforscher und Wissenschaftler möglich: Alexander von Humboldt. Andrea Wulf schildert den Werdegang Humboldts, gibt Einblick in sein Denken, erläutert welche Menschen, Erlebnisse und Begebenheiten ihn beeinflussten und wie seine Tätigkeit als Forscher, Denker und Autor Wissenschaftler, Politiker und Dichter beeinflusste. Sie zeigt aber auch den Menschen Humboldt. Der war eigentlich Weltbürger musste aber später im Leben in dem von ihm alles andere als geliebten Berlin leben. Dreh und Angelpunkt seines wissenschaftlichen Weltbildes und seines Ruhms ist seine mehrjährige Südamerikareise. Wulf schildert die strapaziöse Reise detailreich und arbeitet die Bedeutung unterschiedlichster Aspekte heraus. Sein es geographische, geologische, botanische, meteorologische, gesellschaftliche oder politische Entdeckungen bzw. Erkenntnisse. Humboldt entwickelt auf dieser Reise einen speziellen Blick auf die Wissenschaften und die Natur. Er verbindet objektive, wissenschaftliche Betrachtung, Empirie und subjektive Schilderungen zu einem Amalgam den die Zeitgenossen sich nicht entziehen konnten. Abenteuer, Wissenschaft und Poesie gingen bei ihm Hand in Hand. Unglaubliche Fleißarbeit und Detailversessenheit verband sich mit einem Blick für Zusammenhänge und das große Ganze. Auf Humboldt gehen so über vergleichende Beobachtungen die Einführung von Klimazonen und Isothermen in die Wissenschaft zurück. Er sieht die Natur als ein Ganzes in dem alles mit allem verbunden ist. Er erkennt dass die Natur ständiger Veränderung unterworfen ist, die Umwelt beeinflusst Lebewesen, ebenso wie diese ihre Umwelt verändern können. Klima und Natur, geologische Veränderungen alles wirkt aufeinander ein. Er weist seine damaligen Leser auf Naturzerstörung durch rücksichtslose Ausbeutung von Ressourcen hin (Abholzung der Wälder, Versteppung etc.). Vom kleinsten Moos bis zum Stern: der gesamte Kosmos bildet für Humboldt eine untrennbare Einheit. Auf Grund seiner umfassenden Kenntnisse und seiner vergleichenden Forschung kommt er etwa zum Schluss, das Südamerika und Afrika einst vereint gewesen sein müssen. Lange bevor der Gedanke der Kontinentalverschiebung aufkam und schließlich Mitte des 20.Jahrhunderts etabliert wurde. Humboldts Diskussionen mit Goethe, die Beschäftigung mit Kant, mit den Wissenschaftlern seiner Zeit und die Forschungsreise in die neue Welt fügen sich schließlich zu einem neuen Blick auf die Welt. Als in den 30iger Jahren des 19.Jahrhunderts die Wissenschaften mehr und mehr zu den voneinander abgegrenzten Disziplinen werden die wir heute kennen, arbeitet Humboldt an seinem größten Werk „Kosmos“. Hier verschmilzt er seine Arbeit und die Ergebnisse einer Unzahl anderer Wissenschaftler aus der ganzen Welt mit denen er in regem Austausch stand zu einem großen Ganzen. Keine Enzyklopädie die Fakten auflistet, sondern ein Werk das Zusammenhänge deutlich macht, fußend auf Humboldts lebenslanger vergleichender Forschung. Andrea Wulf nimmt den Leser mit auf eine Reise durch das Leben dieses großen Mannes. Das liest sich spannend, ist voller Fakten und gibt wunderbar das Denken Humboldts wieder. Die unfassbare Popularität Humboldts und der kaum zu ermessende Einfluss den er auf andere Wissenschaftler hatte arbeitet Andrea Wulf heraus. Die Autorin widmet den Wichtigsten dieser Denker und Forscher eigene Abschnitte, so war etwa Darwin ein großer Bewunderer Humboldts. Dieser hatte bereits, wie andere Forscher der Zeit, Gedanken über die Entwicklung von Lebewesen zu Papier gebracht, die Darwin aufgriff. Andere Kapitel beschreiben wie stark Humboldt das Denken von frühen Umweltaktivisten beeinflusste und ökologisches Denken letztlich auf ihn zurückgeht. Dass dieser Mann außerdem gegen Sklaverei war und für freiheitliche, demokratische Ideen eintrat (er beeinflusste Simon Bolivar, den südamerikanischen Revolutionär mit dem er befreundet war) könnte ihn glatt zum Poster Boy aller modernen Umweltschützer machen. Andrea Wulf hat ein absolut lesenswertes Buch geschrieben das den Mann, sein Denken, was ihn beeinflusst hat, wen und was er beeinflusste herausarbeitet. Den historische Kontext beschreibt sie ebenfalls, so dass auch die politischen Verhältnisse und historischen Ereignisse unter den Humboldt lebte und wirkte klar werden. Nebenbei erfährt man dann auch noch dass nach niemandem auf der Welt mehr Orte benannt sind als nach Alexander von Humboldt. Ein umfassender Anhang der kurz Humboldts wichtigste Werke beschreibt, sowie ein Anmerkungsteil der akribisch alle Textquellen auflistet vervollständigen das Buch. Das enthält außerdem eine Vielzahl von Abbildungen die ein lebendiges Bild der Zeit entstehen lassen. Ein großartiges, gut strukturiertes, sehr lesbares Sachbuch das fakten- und kenntnisreich Zusammenhänge verdeutlicht und überraschende Details bereithält, nicht zuletzt dass Ökologie und Umweltdenken bereits in der Mitte des 19.Jahrhunderts einen Vordenker hatten.

  12. Geschenk sagt:

    Andrea Wulf schreibt nicht nur eine Biografie von Alexander von Humboldt, sondern ordnet seinen Werdegang und seine Erkenntnisse auch ein in die heutige und damalige Weltanschauung ein. Wenn nur alle Geschichtsbücher so interessant wären!

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